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Gchleswig-Holsteinìsche
RendsbArger Tageblatt
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13S. Jahrgang
Sonnabend, 6. Januar / Sonntag, 7. Januar 1945
Nummer 5
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Die täte Haust
und die ņciine Hahne
Von Walt May
Das Dröhnen der Geschütze lenkt Augen und
Ohren der Menschen auf die Kriegsschauplätze und
von der Tatsache ab, daß im Hintergründe dieser
entscheidenden Fronten sich ebenso wichtige, wenn
sreilich sehr lautlosere und verdeckter« Macht
kämpfe abspielen.
Je länger der Krieg dauert, desto größer wird
die Zahl der alten ausbrechenden und der neuanf-
tretenen Probleme Diese fordern ihre Lösung oder
ihre blebcrwachsung und Lösung oder llebcrwach-
Mng verlangen die Fortdauer beweglicher Ver
hältnisse.
Im Rahmen dieses „lantlofen Krieges" wurde
England bereits überspielt. Ein Im-
verinm A in e r i c a n u m bildete sich heran
Und macht ebenso Anspruch auf die Weltherrschaft
wie das K c r n l a n d der W e I t r e v o l u t i o n,
die UÎSS R. Der Kampf um Europa wird in
Aiashington und Moskau mehr und mehr zum
Vorgefecht einer kommenden Auseinandersetzung
Zwischen den beiden „Großen" von heute, den ÜSÄ
Und der UDSSR. Jeder von ihnen sicht sich schon
uls Herren der Welt, die dann für den Andern
'einen Platz mehr hat.
So steht z. B. die Expansion der Sowjets rund
Um das Mittelmeer in gar keinen zwangsläufigen
Beziehungen zu den Vorgängen an den Fronten
dieses Krieges. Wohl aber bekommt sie als Ein-
eitung einer Auseinandersetzung zwi
lchen den Vereinigten Staaten und
der Sowjetunion ihren rechten Sinn.
England, das seit mehr als 100 Jahren die Mit-
stlmeerpojition als Rürkgratitellung seines Jmpe-
Nums verteidigt hat, vermag heute kaum ein
AZort mehr mitzusprechen. Es hat im Konzert der
amerikanisch-sowjetischen Forderungen hier so we-
vlg Stimme wie in seinen ureigenen früheren
afrikanischen Interessengebieten.
- Die USA haben Dollarspaber Stalin Me
thode. Dollars rollen, aber Methoden übermäh
''gen. Auf Bonomi-Jtalicn wird ein Sowjet-
Hellas folgen. Sowjetstützpunkte in Algier und
-Marokko werden morgen gefordert werden und
übermorgen von einem ebensolchen etwa in Cat-
>aro gefolgt sein, den Tito zu garantieren hat.
der Leidensweg Spaniens dürfte noch keineswegs
vecndet sein; mit Spanien bricht die Felsenfeste
Gibraltar. Die Dardanellen sind bereits keine ver
schlossene Tür mehr; sie sind offene sowjetische
Forderung. Sie bilden den Eingang in das öst-
jKe Mittelmeer, dessen anderer Korridor sich nach
duez öffnet. Die Sowjets haben ihren Kontinen-
'aiblock bereits geographisch fixiert: Gibraltar —
Spitzbergen—Veringstraße—Kurilen—Tokio—Kan
ton—Singapore—Ceylon—Aden—Suez—Gibraltar.
..Et umschließt die arabische Halbinsel
ms selbstverständlich in sich ein. als kontinentzu-
Mörig. Das Mekka der Pilger ist von Moskau
. gesehen vollkommen unwichtig. Religion ist
ixbium fürs Volk. Das gilt auch für den Islam,
^je das rassische und religiöse Schicksal der isla
mitischen Völker und Stämme unter der Herrschaft
d°r Sowjets beweist. Alan denke an das Schicksal
MZ Krimatarensiihrcrs Tschelediew. das des Sul-
mngaliew, des Ehauafi Musaffar oder des Welt
^«rahimow. Diese blutige Vergangenheit würde
MIerdings die Sowjets nicht hindern zu geeigneter
Kit durch willige Subjekte ihre islamitischen
Völkerschaften gegen den Arabian Play der Ame-
M'aner oder einer panarabischen Union mit Zen
sur Jerusalem, Kairo oder Riad' auftreten zu
Osten.
. Mekka, von Moskau aus gesehen, ist ein Ort
^mitten einer riesigen, un ausgenützten
Im ul de. die der Hedjas-Develöpment Eo
Nvnsowenig gegönnt sein soll, wie der westliche
Beckenrand den Standard Oil oder der nördliche
Kuweit Oil Co. Dieses ganze Gebiet gehört
vach Sowjetanschauuug zum Gelände des riesigen
Industriegebietes — des riesigsten der Zukunft —
^ranskaukasien-Jraņieir. Vorläufig bohrt man sich
v°ch dem Iran hinein, bohrt den Irak an, um
Margen bis Mekka durchzustoßen.
. Man weiß in Riad sehr wohl, daß das Schicksal
Türkei, genauer gesagt, das der Dardanellen,
Uch über das Schicksal des Suez-Kanals mitent-
Mdet. Man weiß, daß der Iran und der Irak
Maicherweise das Schicksal Saudi-Arabiens mit-
Nthält. Man sieht, ja man spürt schon die rote
şi>nd, die sich nach Mekka ausstreckt. Man ist in
kleinen Staaten des nahen Ostens weite Blicke
Uer weite Ebenen gewohnt und — weite Schau
i°er kommende politische Geschehnisse. Man könnte
manchen Politiker sogenannter Großmächte
v dieser Hinsicht beschämen.
Saudis Freund und Hofbiograph ist ein Eng-
i?»der namens Armstrong. Aber es gilt selbst
^sem Briten als ausgemacht, daß der alte „Lord
ck Arabia" keinem mehr mißtraut als einem Bri-
Er hat schlechte Erfahrungen hinter sich.
Saud daher heute , seine Sohne nach London
^>ckt und geschäftstüchtige Amerikaner gleichzei-
. 8 an seinen Hof zieht, so weiß man in Moskau
^vau, wen und was der schlaue Wüstenkönig
uinit meint. Doch man vertraut dort auf jene
^sichtbare, lautlos funktionierende Maschinerie,
sich hinter den Fronten der Briten und Ame-
''aiier in Europa so gut zu bewähren scheint. Sie
şten innner die Früchte, die die beiden anderen
^^Unde mit ihrem Blute reifen.
^bii Land weiß, daß er sein Land in Zukunft
^Rt mehr vom Pilgerverkehr allein wird ernäh-
^ können. Er weiß genau, daß sein Oel „reif"
^worden ist. Er weiß auch, daß abbaureife Oel-
p e otete die gefährlichsten Besitztümer
Wett lind. Was er gegenwärtig spielt, ist
In kunstreiches, ein entscheidendes Spiel für den
Oel oder Mekka!
Rufruf;u einem „Volksopfer"
Sammlung von Kleidung und Ausrüstungsgcgenständen für die Wehrmacht und den Deutschen
* • Volkssturm vom7. bis 28. Januar
In der Zeit vom 7. bis 28. Januar wird eine
Sammlung von Kleidung und Ausrüftungsgegcn
ständen für die Wehrmacht und den Deutschen
Volkssturm durchgeführt. Zu diesem „Volksopfer"
erlassen der Leiter der Partei-Kanzlei M. Bor-
mann, Reichswirtschaftsminister W. Funk, Reich
minister für Volksausklärung und Propaganda.
Reichspropagandaleiter der NSDAP. Dr. Goebbels
und Reichsführer-ff und Befehlshaber des Er
satzheeres H. Himmler den nachstehenden Aufruf:
Deutsches Volk!
Das Jahr 1944 hat uns schwere Prüfungen auf
erlegt. Mit der geballten Kraft dreier Aieltrciche
hat es der Feind in einem Masienansturm ohne
gleichen nicht vermocht, uns in die Knie zu zwin
gen. In einem heroischen Kampf, • wie ihn die
Weltgeschichte selten kennt, hat der deutsche Soldat
die Angriffe unserer Feinde an allen Fronten ab
gewehrt. Die Heimat hat sich des Heldentums
ihrer Soldaten würdig erwiesen. Trotz des feind
lichen Terrors ist sie unerschüttert, kampsent-
schlossen und siegesbewußt wie nie zuvor.
Dem Rufe zur kompromißlosen und totalen
Führung des Kriegs ist das ganze deutsche Volk
gefolgt. Frauen und Mädchen haben in Fabriken
und Kontoren zu Hunderttausenden die Männer
abgelöst und damit die Aufstellung zahlreicher
neuer Volksgrenadier-Divisionen ermöglicht. Die
deutschen Rüstuugsarheiter und Arbeiterinnen- ge
ben diesen Soldaten die besten Massen in die
Hand.
Nunmehr beginnen die ersten Früchte der tota
len Kriegführung zu reifen. Es müssen jedoch im
mer neue Volksgrenadier-Divisionen und Marsch-
einheiten zur Aufstellung kommen und der Front
zugeführt werden. Auch die Männer des Deutschen
Volkssturms befinden sich in Tausenden von Ba
taillonen in der Ausbildung und teilweise schon
im Einsatz. Für die Aufstellung dieser neuen Ver
bände werden dringend Bekleidungs- und Aus
rüstungsstücke benötigt. Im Auftrage des Führers
rufen wir deshalb alle Deutschen, Männer, Frau
en und unsere Jugend, zu einem „Volksopscr" aus.
Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei
wird mit ihrer bewährten Tatkraft die Trägerin
dieser Aktion sein.
Vom 7. bis 28 Januar werden,für die Wehr
macht und den Volkssturm gesammelt: Uniformen
und Uniformteile der Partei,' ihrer Gliederungen
und Verbände, der Wehrmacht. Polizei, Feuer-
schutzpolizei, Reichsbahn, Reichspost usw., tragsä-
higes Schuhwerk und Ausrüstungsgegenstände für
die kämpfende Truppe, wie Zeltbahnen und Zelt
zubehör. Woll- und Felddecken, Brotbeutel. Ruck
säcke, Kochgeschirre, Koppel, Schulterriemen, Spa
ten, Stahlhelme und alles andere, was der Soldat
braucht. Ferner werden Kleidung, Wäsche und
Spinnstoffe jeder Art gesammelt, um hieraus.neue
Bekleidung und Ausrüstungsstücke herzustellen.
. Jeder Volksgenosse muß von diesen Dingen al
les das abgeben, was er nicht unbedingt benötigt.
Gebt alles Entbehrliche der kämpfenden Front.
Werden in Zukunft die Pilger oder Ingenieure
die uralten Straßen nach Mekka ziehen?
Bohrtürme um Mekka sind das Ende des Islam.
Sie werden wie ein Wald das Haus der alten
Knusperhexe, so die Kaaba umstehen. Sie werden
sie erdrücke». Auf dem schwarzen Stein wird ein
Abgesandter des Sowjetölimperialismus stehen
und seine Befehle erteilen. Man leckt sich auch in
Judäa die Hände nach dem Oel des „Hinterlan
des" und man wird es sich in Moskau die Er
mordung mehr als eines britischen Lords kosten
lassen, wenn nian den Weg über die Klagemaucr
zum Oel von Mekka als praktisch erachtet.
Man wird in Riad feine Spiele spielen müs
sen und wer weiß, ob man überhaupt Mekka ret
ten und den Islam erhalten kann! Jedxnfalls
Moskau hält die Option auf die „heilige Oel-
mulde" und auf Dfchidda.
Gewiß, man kann in Washington ins Ohr ge
flüstert bekommen, daß die Sowjets nach diesem
Kriege eine derartige Reduktion ihrer physischen
Substanz zu beklagen haben werden, daß sie aus
sehr lange Zeit hinaus zu „größeren Operatio
nen" unfähig sein werden. Ein erbärmlicher
Fehlschuß! Rußlands Frauen gebäre» rascher und
länger als die der USA und der Gefolgsstaaten
und man kann cs sich leisten ein paar Genera
onen langsam zu treten. Außerdem — was tut
denn Sowjetrußlaud heute anderes als Menschen
in sein Reich verschleppen, weil es mit ihrer Hil
fe schon in der nächsten Generation wieder phy
sisch obenauf sein 'will?
Wir haben erlebt, daß die Technik in ihrer
Friedcnsanwenduüg in erster Linie menfchcnspa-
rend sich auswirkte. Warum sollte keine konsequent
von Sowjetrußlaud vorwürtsgetriebene Kriegs
technik nicht den gleichen Effcii zeitigen? Wieviel
Menschen braucht ein Krieg der Zukunft? Die
Kriegstechnik der Sowjetrussen ist heute bereits
nicht zu unterschätzen. Morgen kann sie die der USA
überholt haben, England — hat man in diesem
Kriege je einmal von einer wirklichen Tat-
der britischen Kriegstechnik etwas
gesehen oder gehört?
Das alles weiß man in Riad, ahnt man in Mek
ka, fürchtet man in Medina und überall, wo Mo-
hamiiiedancr wohnen. Das alles will man nicht
wissen, nicht ahnen, nicht einsehen in Washington,
nicht in London
Der Lord of Arabia hat Sorgen. Schwere Sorgen
um sein Reich und .den Islam. Der Kriegssog
wird auch noch die größere Arabia felix ergreifen,
Sorgen können noch zu Entschlüssen drängen. Ent
schlüsse zu Taten, Di« Dauer des Krieges zeichnet
das Gesicht des Friedens und — der.Musdau
ern sie wird der Sieger fein.
Unsere Soldaten sollen sich auch diesmal wieder
auf die Heimat verlassen können,
M. Vormann. Leiter der Parteikanzlci, W. Funk,
Reichswirtschaftsminister. Dr. Goebbels, Reichs-
propagaudaleiter der NSDAP und Reichsminister
für Volksaufklärung und Propaganda. H. Himm
ler, Reichsführer-fj und Befehlshaber des Ersatz
heeres.
*
Nur leere Außenwände blieben stehen.
Neuter über die furchtbaren
NusWirkungen von 1)2.
DNB. Stockholm, 5. Jan. Neuter verbreitet
auch am Freitag fein tägliches Kommunique
über den uniinterbrochcueu deutschen V-Waffen-
beschuß auf England und fügt wie üblich hinzu:
Es wurde« Schade« und Verluste geniclüet.
Einem weiteren - Reuterberscht kann man ent
nehmen, wie tatsächlich diese verschwiegenen
„Schäden und Verluste" aussehen.- Die britische
Agentur begnügt sich zwar unt vorsichtigen An-
deirtimgen, die jedoch unter Berücksichtigung der
van der britischen Regierung verhängten schar
fen Zensurmaßnahmen deutlich genug sind, um
die furchtbaren Auswirkungen von V2 bestätigt
zu finden. In dem Reutcrbericht wird der Ein
schlag einer V2 geschildert, die den Einsaü eines
großen Aufgebots von Rettungsmannschaften er-
forderte, die darüber hinaus noch von Urlau
bern verstärkt werden mußten. Hebekräne,
Scheinwerfer und Greifbagger mußten eingesetzt
werden. . Wie umfassend die Zerstörungen tat
sächlich sind, die nur durch eine einzige V2 an
gerichtet wurden, gesteht Reuter mit folgendem
Satz: „Nur die leeren Außenwände unzähliger
Häuser eiucs großen Wohnblocks waren nach
dem Einschlag der V2 noch stehen geblieben."
t 3*
ôefŞwtchfel bei Den Metten
nn Der BrDennenfront
TNB. Stockholm, 6. Jan. Wie Reuter aus dem
Hauptquartier der alliierten Expedikionsstrcit-
kräfte in Paris meldet, wurde am Freitag amt
lich bekannt gegeben, daß Feldmarschall Mont
gomery das Oberkommando aller alliierten Ar
meen^ nördlich des Aröennen-Borsprungs, ein
schließlich der Amerikaner, übernommen habe.
General Omar Bradley bxsehligt alle Truppen
südlich davon.
klirendlatt Der Deutschen tuftwafse
DNB. Berlin, 6. Jan. Der Reichsmarschall
bat verfügt, daß künftig diejenigen Soldatcy der
deutschen Luftwaffe, die sich vor dem Feinde
durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet haben,
in dem neugeschaffenen „Ehrenblatt der deutschen
Luftwaffe" namentlich genannt werden. Die Nen
nung im „Ehrenblatt der deutschen Luftwaffe"
kann erfolgen als Anerkennung für einzelne be
sondere Waffentaten wie auch für mehrfache
Tapferkeitstaten nach der Verleihung des Eiser
nen Kreuzes 1. Klasse, die noch nicht durch Ver
leihung einer höheren Auszeichnung ihre Wür
digung finden können. .
Die im „Ehrenblatt der deutschen Luftwaffe"
genannten Soldaten erhalten zur äußerlichen
Kenntlichmachung die „Ehrenblatt-Spange". Das
aus einem Luftwaffcnadler mit Hakenkreuz im
Eichenkranz bestehende goldene Abzeichen wird
ans dem Bande des E. K. 2 Kl. von 1930 getragen.
Zum flbbrudi Der türkisch-japanischen
Begebungen
Unter dem Druck anglo-amcrikanischer Drohungen
d> Berlin, 5. Januar (Eig. Berichts
Ueber die Vorgeschichte des Abbruchs der tür
kisch-japanischen Beziehungen erfährt man, daß
der amerikanische Votjchaftcr bereits ani 28. De
zember bei der türkischen Regierung in Ankara
angefragt hatte, ob die Türkei den Krieg im Pa
zifik dadurch unterstützen wolle, daß sie die Be
ziehungen zu Japan abbreche und sich am Wirt
schaftskrieg gegen Japan im fernen Osten beteili
ge. Es ist ohne weiteres anzunehmen, daß diese
harmlosen Fragen von wirtschaftlichen Zwangs-
audrohungcn begleitet waren wie sie in ähnlicher
Form in diesen Tagen gegen Spanien und die
Schweiz angewandt worden sind. Die Türkei hat
sich dann auch eilfertig bereiterklärt, die diploma
tischen Beziehungen abzubrechen, was die englische
Presse zu der hämischen Bemerkung veranlaßte,
mit dieser Maßnahme sei der letzte' adŗi)enfrcunï>=
liche Veobachtungsposten in ver Türkei, der der
deutschen Kriegführung hätte nützlich werden kön
nen, beseitigt morden und ie Türkei habe eine
Geste gemacht, die ihrer Unterwersung unter oie
alliierte Politik gleichkäme!
Neuer USß.-Lruck aus Die Schwei;
ew. Berlin, 5. Jan. lEigcnbericht.f
Aehnlich wie kürzlich die schwedische Regierung
sieht sich jetzt auch öie der Schweiz einem neuen
wirtschaftEchcu Druck der USA. ausgesetzt. Das
Washingtoner Wirtschaftsanßenamt hat dem
Staatsdepartement „die dringende Empfehlung"
unterbreitet, die Schweiz um Einstellung gewis
ser^ Lieferungen an das Reich und der Transit-
lieferungen nach Norditalien zu ersuchen. Der
Berner Regierung soll bedeutet werden, daß sie
im Falle einer Weigerung mit entsprechenden
wirtschaftlichen Vergeltungsmaßnahmen der
Vereinigten Staaten zu rechnen haben werde.
Ostpreußen als „SvWjetmanDat"
di. Stockholm, 3. Jan. lEigenbericht.)
Der englische Unterhaus-Abgeordnete Barstow
hat sich in einer Rede gegen die Abtretung Ost
preußens an Polen ausgesprochen und sich dafür
eingesetzt, daß das in Frage stehende Gebiet an
die Sowjetunion fallen falle, die es dann als
„Mandat" behandeln könnte.
Nücktritt Des griechislben Königs?
di. Stockholm, 3. Jan. fEigenbericht.)
Das Londoner „News Chronicle", das in
einem äußerst scharfen Artikel den griechischen
Monarchen angreift, der bis zuletzt geschwankt
habe, ob er der Bestellung eines Regenten zu
stimmen solle oder nicht, hält es für möglich, daß
König Georg demnächst seinen Rücktritt erklären
werde.
Moskau erkennt tublin an
Sowfetbotschafter bereits ernannt.
DNB. Stockholm, 5. Jan. Wie die Taß meldet,
hat die Sowjetregiernng das Lubliner Komitee
formell als provisorische polnische Regierung an
erkannt und Viktor Sachariewltsch Lebed zum
Botschafter in Lublin ernannt.
Die polnische Angelegenheit hat damit die Ent
wicklung genommen, die zu erwarten war, Nļos-
kau schuf eine vollendete Tatsache und manövrier
te die polnische Sache, in eine Sackgasse hinein.
Den Londoner Eril-Polen wurde damit ein wei
terer Schlag ins Gesicht versetzt.
tevi vertritt De Oaulle in üelsinki
DNB. Stockholm, 6. Jan. Wie „Uusi Suoni"
bekannt gibt, ist zum politischen Vertreter de
Gaulles in Helsinki der Generalkonsul Daniel
Levi ernannt worden. Der Jude war irüher als
Berater an der französischen Botschaft in Moskau
tätig.
Man hätte Deutschland tauschen sollen!
Bezeichnende Feststellungen einer führenden englischen Zeitung.
In seiner Neujahrsansprache an das deutsche
Volk hat der Führer noch einmal mit aller Deut
lichkeit die Ausrottnngs- und Vernichtungspläne
der Feinde gebranömarkt, gegen die wir in Wai
sen stehen. Gleichzeitig hat der Führer, und das
gleiche hat Reichsminister Dr. Goebbels in seiner
Silvesteransprache getan, darauf hinweisen kön
nen, daß wir unsere Kenntnis der haßerfüllten
Projekte des Feindes de» feindlichen Staats
männer» selbst verdanken, die sich in aller Osfen-
hcit zur Vernichtung und zur Ausrottung des
deutschen Volkes bekannt haben und deren Presse
nicht müde geworden ist, die „Notwendigkeit" einer
solchen Zielsetzung zu „begründen". Für dieses
Verhalten des. Feindes gilt das alte Wort „Wes
das Herz voll ist, des läuft der Mund über".
Im Feuer der deutschen Abwehr sind die bol-,
schewistischcn Divisionen verblutet, haben die eng
lisch-amerikanischen Armeen sehr schnell erkennen
müssen, daß mich ihrer Macht eine Grenze gesetzt
ist, und in dem Ausrüstungspark des Feindes
haben sich klafsende Lücken aufgekan. In dieser
Lage zerbricht man sich im feindlichen Lager nun
den Kopf darüber, wie eigentlich diese fanatische
Entschlossenheit deutscher Soldaten zu erklären
ist. In diesem Zusammenhang kommt, wie gestern
berichtet, „Atnnchester Guardian" zu dem Resul-
rat, daß der Appell Adolf Hitlers an das deutsche
Volk sich gründe ans die von de» Alliierten bisher
verösscntlichten Vorschläge für eine Zerstückelung
Deutschlands. Wenn Adolf Hitler habe erklären
können: „Wir kämpfen für die Erhaltung unserer
Station und für die Zukunft unserer Kinder",
dann müsse man sich eingestehen, daß die Anglo-
Amerikaner und die Bolschewisten dem Führer
dieses Argument selbst in die Hand gegeben haben.
Und dann trifft der „Manchester Guardian",eine
Feststellung, die überaus beachtenswert ist. Sie
lautet:
„Wir werden möglicherweise feststellen müssen,
daß es vielleicht eine bessere Politik gewesen
wäre, auch ivcnn man uns den Borwurf man
gelnder Offenherzigkeit -machen könnte, wenn
wir uns bei der Erörterung unserer Pläne hin
sichtlich Deutschlands mehr Zurückhaltung auf-
erlegr hätten."
Da also haben wir's! Was der „Manchester
Guardian" bedauert, das ist. daß die Engländer,
die Amerikaner und die Bolschewisten «och nicht
genug gelogen haben. Die bessere Politik, von der
dieses Blatt spricht, besteht also in einer Wicdcr-
holnng der Täuschnngs- und Lligenmanöver Wil
sons ans dem Jahre 1818. Damit aber beweist der
„Manchester Guardian" nur, daß er von der ge
schichtlichen Entwicklung nicht das geringste bc-
grisfen hat. 1018 hatte Wilson mit seiner Methode
Erfolg haben können, weil man sich in Deutsch
land teilweise über die feindlichen Vernich
tungspläne nicht auskannte, vor allem aber, weil
niemand einen derartigen Grad von Verlogen
heit für möglich hielt, wie er für die Politik Wil
sons kennzeichnend war. Wer aber im Jahre 1043
glaubt, daß das deutsche Volk nach der Katastrophe
von Versailles und nach der Erweckung seines
politischen Sinns durch de« Nationalsozialismus
ctu zweites Mal ans feindliche Lngcnmanöocr
hereinfallen würde, der mutet unserer Intelligenz
denn doch zu viel zu. Von allen Illusionen, die der
Feind hegts ist die die erbärmlichste, die darin
gipfelt, daß wir durch unsere eigene Dummheit
noch einmal seine Geschäfte besorgen würden. Die
Ohren des deutschen Volkes sind den Worten und
den Argumentationen des Feindes verschlossen.
Die notwendige Auseinandersetzung mit dem
Feind führen wir allein mit der Waffe, die aber
wollen wir in einer Art und Weise anwenden,
daß dem Feind Hören und Sehen vergeht.
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