können . Das Halbwissen ist an sich besser als Nicht« wissen . Nur wird es so leicht schädlich , weil es denen , die sich dainit begnügen , so natürlich ist , für das voll - ständige Wissen es zu halten .
S . Nu , wenn es so ist , so komme ich mit mei« mm Vorurtheil gegen die Theoretiker ziemlich gut weg . Daran habe ich freylich nicht gedacht , daß auch practi« sche Kenntnisse und ErfahrungSkenntnisse aus Büchern gelernt werden können . Wenn daö nicht wäre , so würde ich ganz und gar recht haben .
Ich . Freylich wenn dieß nicht so wäre . Aber nun ist es so , daß jemand ohne eigene Praxis mehr praktische Kenntnisse besitzen kann , als ein alter Practi - cuS . Wie rechtfertigen Sie Ihr Vorurtheil ?
S . Muß nicht ihr Theoreticus seine Theorie noch ergänzen ? theilS noch mehr Theorie studiren , vor - nehmlich aber sich die practischen Kenntnisse aus Er - fahrung sammeln , es sey aus fremder , die in den Bü - chern steht , oder miS seiner eigenen ?
Ich . Allerdings . So wie die Sachen jetzs sind , muß zu der besten Theorie noch die Erfahrung und zur fremden Erfahrung noch die eigene hinzukom - men . Ganz und gar sollte keine fehlen . Aber daS behaupte ich , das Raisonnement kann die Erfahrung , und die fremde Erfahrung die eigene und umgekehrt , die letztere die erstere , zum Theil gar größtentheils , er - setzen . Die Praxis selbst muß aber durchaus ein Werk des Raisonnements seyn , das von richtigen Grundsätzen ausgeht . Nicht ein blindes Nachmachen , wo noch immer etwas besseres möglich ist . Auch bey dem simpelsten Gebrauch der Analogie des einen Falls mit dem andern , muß man doch wenigstens recht zu« sehen , ob wirklich die Falle ähnlich sind .
G . So