Full text: Reisen in die Marschländer an der Nordsee zur Beobachtung des Deichbaus (Erster Band)

durch droit des eungs übersetzte . Je nun , was einer nicht weiß , kann er lernen . 
Aber wundern werden Sie sich doch ein wenig , wenn ich Ihnen sage , daß unter allen Deichebedien . ten , die ich hier kennen gelernt habe , kein einziger war , der nicht freywillig dasGeständniß ablegte , er sey kein Sachkundiger , und der von Amtswegen über ein sol» ches Geständniß erröthen durfte . Das sind fast durch - gehend« Leute von trefflichem Mutterwitze . Da sie von Jugend auf die Wirkungen des Wassers und der Fluchen gesehen haben , und die Veränderungen an ih - rem Ufer und Deichen bemerkt , so haben sie auch ge Selbsterfahrungen gesammelt . Damit gehtL denn , wo das Wasser nur so , und nur so stark angreift , als man ihm bisher hat widerstehen können , ziemlich gut . Da hingegen , wo man bisher überwältigt ist , Land Verlohren hat , oder sich überschwemmen lassen durch ho . he Fluchen , da geschieht denn nun auch das nemliche . Sie können leicht denken , wie weit eine solche einge . schrankte Empyrie reichen könne . Allenfalls zieht man in bedenklichen Fällen einen Practicuö zu Rache von der Nachbarschaft . Es findet sich doch immer einer oder der andre , der sich auf den Deichbau legt . Sie haben vor einigen Iahren einen gewissen Candidaten Ämrx gehabt , von dem ich verschiedene Aufsätze und Zeichnlingen gesehen habe , die viel richtige Kenntnisie beweisen . Er hatte sich einige Jahre in Oldenburg aufgehalten , und unter des Etatsraths Hunrichs Auf , sicht dorten die Praxis erlernt . Nach dessen Tode hat sich ein anderer eingefunden , der vielen Beyfall findet . Gewöhnlich haben diese Leute einige Elementarkennt - nisse von der Hydrostatik . Das nennen sie Theorie» Damit denn die Erfahrung , wie sieS nennen , das ist , ihre bischen eigne Erfahrung verbunden , so sind sie qualificirt . Bey einem guten Kopf kann allerdings 
A 5 etwa«
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.