Full text: Reisen in die Marschländer an der Nordsee zur Beobachtung des Deichbaus (Erster Band)

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kommen habe , denn dieser Umstand kann nur eine» Unterschied von ein paar Fuß und am meisten in der Dicke des obern guten Schlicklandes , machen . Ver - wuthlich ist hier ein allmähliges Sinken des obern Erd» r reichs vorgegangen . Das ist an sich nicht nur mög> 
IM ) , sondern auch der Analogie gemäß . In den obern Marschen an der Eyder , die ebenfalls aufMoor liegen , hat man häufig Beyspiele , daß die Gebäude sinken . Es ist darum das Sinken nicht allgemein in allen Marschen . Man findet es auch nur , so viel ich weiß , öey solchen , die aufMoor , und zwar aufweichern halb - Müßigen Moore liegen . 
Ganz entschieden ist das Sinken der hiesigen Deiche , insonderheit seit 1757 , nachdem man sie star , ker und höher , und also schwerer gemacht hatte . Da« Wik ist es sehr weit gegangen . So wie man sie höher aufführte , sanken sie bald darauf einige Füße ein ; man «rhöhete sie von neuem , und sie sanken wieder . Es ist mir versichert worden von einem Mann , der es wissen konnte , daß dieß an einigen Stellen , nach und nach , in allem bis gegen 100 . Fuß gegangen fey . Er er - Zählte mir folgenden Vorfall bey dem lehten Sinken . Da er auf dem Deich reitet , den man eben wieder zu «iner Höhe von 20 . Fuß über die gewöhnliche Fluth aufgeführt hatte , und sich darüber freut , daß dieArbeit vollendet sei ) , worüber er selbst die Aussicht gehabt hatte , hört er inwendig zur Seite des Deichs im Acker ein Gezische von , durchfeigenden Master , sieht sich um , und wird gewahr , daß Luftblasen in großerMenge sich auf - drangen . Noch ehe er weiter darüber denken kann , fallt der Deich unter ihm ein , und er mit seinem Pferde fach . Als er sich wieder aufgeraft und besonnen hat , findet sich eine Strecke des Deichs bis 14 . Fuß ter gesenkt , und dabey ziemlich in Unordnung . Pferd und Mensch waren getrennt , aber weiter nicht bescha«
	        
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