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Veranstaltet , wenn er die Fenster in seinem Haufe ein» sehen laßt . Es kommen bey solchen Gelegenheiten zu« weilen einige hundert Menschen zusammen , und essen , trinken , rauchen Toback und tanzen ; und das dauert drey , vier , so gar acht Tage durch * ) . Die Gaste fordern , so viel sie zu genießen just haben . Es ist da« öey gebrauchlich , daß die Gaste dem Wirth Geschenke wachen , die ehedem mehr betragen haben , als zurBe - Zahlung der Zeche erfordert wird . Es ist mir ein Fall erzählt , wo ein Mann ein Fensterbier anstellte , um Q5elb zu machen , feine Schulden zu bezahlen , was ihm a»ch gelungen ist . Aber jeho geschieht es häufiger , daß der Wirth . in Schulden dadurch geräth . Solche große Volksfestins sind ein Zeichen von Freyheit , aber auch von Rohheit der Sitten , und von Mangel an Auf - klarung im Mittelstande . Sie sind das Parallel zu den Festen der Wilden in America , sind bekanntlich ehedem in England , wie in Deutschland gewöhnlich ge« Wesen , und noch in einzelnen Städten und Gegenden im Gebrauch . Sie verliehren sich , wenn nicht allein dadurch , daß ein Volk fleißiger wird , denn es laßt sich angestrengter periodischer Fleiß mit abwechselndem Faullenzen und Wohlleben vereinigen , doch gewiß als« denn , wenn mit dem Fleiß zugleich auch eine bessere Art der gesellschaftlichen Unterhaltung gemein wird .
Doch ich wollte Ihnen noch etwas sagen von dem Haufe , wo ich abtrat . Ich ward in ein Zimmer ge« führt , wo mir gleich der Silberfchrank und die Auf« sähe von Porcellain in die Augen fielen . Etwas ahn« ^iches habe ich in den Marschen sonst schon gesehen .
Aber
* ) Cs ist diese Unordnung nachher verboten , und diese Feten sind auf eine mäßige Zahl von Personen einge . schränkt .