Full text: Reisen in die Marschländer an der Nordsee zur Beobachtung des Deichbaus (Erster Band)

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lich ist , und im Durchschnitt sich besser steht . Da - gegen der Holiste gegen den Süderdithmarscher mehr groß thut , und sich entweder das Ansehn giebt , ihn zu verachten , oder mi6 Unkenntniß ihn wirklich verachtet» Nachdem , was man mir auö vorigen Zeiten erzählt , 5»de ich doch , daß diese Unvernunft gegenwärtig schon sehr abgenommen habe . 
Seit etwa 20 . Iahren . hat man in der hiesigen Marsch viel Ackerland , was zum Kornbau gebraucht ward , in Grasland und Fettweide verändert» Der größte Theil der fetten Ochsen , die nach Hamburg hen , wird hier gegraset . Diese Umänderung kann , wenn sie weiter geht , für das Ganze ein großes Uebel werden . Manche Höfe sind schon niedergelegt . Die Viehweide erfordert wenig Menschen und wenig Auf - ficht . Es ist dieß nicht Viehzucht , denn man braucht wenig Vieh zu halten , wo man keinen Kornacker hat . Es ist nur Weide zum Fettmachen . Ein Hausmann , der vorher seine Zeit lind feinen Kopf nöthig hatte , um Einen Hof bearbeiten zu lassen , kann ohne Be« schwerde Besitzer von mehreren seyn , und den Ertrag genießen ohne Mühe . Im Ganzen wird das Land auf diese Weise weniger genutzt . Wenn auch gegen» wärtig die Weide noch ansehnlich bezahlet wird , weil big hieher noch kein Ueberfluß daran ist , so leben doch weniger Dienstleute im Lande aus Mangel an Arbeit» Eö wird endlich dieß Uebel sich selbst Grenzen setzen , wenn der Weiden zu viel werden ; sonst würde die Volksmenge wie der Fleiß ungemein darunter leiden . Diese schönen Marschen könnten am Ende das öde An» sehen bekommen , das die obern Marschen an der Eyder haben , die nur Viehweiden sind , wo man in ansehnli» chen Kögen nur ein paar Gebäude zum Aufenthalt der Viehhüter und der Milchmägde antrifft . Hier ent« schuldigt man sich mit der Nochwendigkeit . Das Land ,
	        
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