Full text: Reisen in die Marschländer an der Nordsee zur Beobachtung des Deichbaus (Erster Band)

3o4 

sagt man , sey seiner Niedern Lage wegen zu schwer zu entwässern , auch wäre die obere gute Erde nicht tief genug , um vom Pflug bearbeitet zu werden . An manchen Stellen hat sie eil , paar Fuß oben abgegraben werden müssen , um den Deich daraus zu machen . Ge« gen diesen letztern Grund kann man nichts sagen . Aber er paßt auch nur auf einige Stellen in der Nähe des Deichs . Sollte vielleicht auch ander6wo , wo das nicht geschehen ist , aber wo das Land durchs Sinken niedriger gewor« den , die obere Kruste der Marscherde zugleich dünner geworden seyn ? Kann die Marscherde allmählich , wie manS von dem Sande weiß , sich von oben durch das Moor durchsenken ? Wenn das wäre , so würde manS sehr natürlich finden , daß in solchen Marschen der Kornbau von der Grasung verdrängt werde . Dieß gäbe eine sehr unangenehme Aussicht auf die Zukunft für alle Marschen , die auf Moor liegen . Das Land würde sich natürlich verschlechtern . Ich wünsche , daß man darauf mehr Acht haben und es anders finden möge . Gegenwärtig ist das noch sicher die Ursache nicht , die zur Abschaffung des Kornbmis nökhiget» Einige schreiben diese moralischen Ursachen zu , dem zunehmenden Luxus , und dem wachsenden Hang zum mühelosen Wohlleben . Diese mögen wohl mitwirken . Eine solche Veränderung hat immer mehr als eine Ursache . Aber mich deucht , sie können wol nicht die vornehmsten seyn . Die wohlhabenden Einwohner , und die Besitzer mehrerer Höfe könnten sichs bequem genug machen , wenn sie an andere Verpachteren . Wie ihm sey , so ist es fürs Ganze nicht zu wünschen , daß es damit weiter gehe % Ich bin : c . : c . 
* ) In Dithmarfchen ist auch seit einigen Iahren die Maxime sehr gemein geworden , daß man wohl thue , nach dem dortigen Ausdruck , sicl ) auf Gras 5» le * gtn , d . L den Acker in Viehweide zu verandern . Da 
hat
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.