Full text: Reisen in die Marschländer an der Nordsee zur Beobachtung des Deichbaus (Erster Band)

hat matt die physikalischen Grunde Nicht , die man itt der Wilsterniarsch hat , oder vorgiebt , aber man furch , tet den Mausefraß . Dieß Uebel hat sich in den letz - kern Zeiten alle zwey bis' drei ) Jahr eingestellt , und macht die Erndten noch mißlicher , als sie es sonst schon in den Marschen sind . Auch will man durch die Ruhe , die der Acker in der Grasung bekommt , ihn bessern , weil vieles Land , das nicht Dünger genug bekommen können , dessen derBoden imDithmarschett recht sehr bedarf , durch den zu lange forrgeschten Kornbau ausgemergelt ist . Manche Höfe sind seit den letztern traurigen Jahren nicht gehörig mit Vieh besetzt gewesen . Die Weide , das gesteht man , trag ! nicht so viel ein , als der Kornacker . Aber man will lieber den kleinern , sichern und weniger mühsamen Ertrag , als den größern ungeiv ssern , der viele Arbeit kostet . Daß jeder Einzelne für sich denkt und rech« net , und das thut , wobey er seine Rechnung am be« sten findet , ist vernünftig . Wer daS nicht für sich selbst zu thun im Stande ist , kann die Pflicht nicht Übernehmen , für andere , und fürs Gemeinewesen , es zu thun . Wenn nur nicht die Liebe zur Gemächlich« keit zu vielen Einfluß in diese Rechnung hat , oder be« kommt . Einen geringem und sichern Vorcheil mag man mit Vernunft einem größern und sichern vor . ziehen . Aber anch dieß hat sein Maaß . Es sollte niemals eine Maxime werden , lieber nothdürftiges Auskommen mit Gemächlichkeit , als Wohlstand und Vermögen mit Anstrengung . Wenn aus diesem Grunde die Grasungen zu gemein würden , so müßte man um eine Viehseuche , als um eine Wohlthat bit« ken . Man fangt aber schon an zu erfahren , daß der Erasungen zu viel sind , und ich denke , man werde von selbst zum Kornbau zurück kehren und zurück kehren müssen . 
Ä Acht
	        
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