Full text: Reisen in die Marschländer an der Nordsee zur Beobachtung des Deichbaus (Erster Band)

Dritter Brief . 
Marfchbewohner . Dithmarscher insonderheit . Ihre Lebensart , ihr Freyheitssinn , Cultur . 
Heydt . 
Liebster Onkel . 
it den Menschen hier umzugehen , ist mir eine wahre Lust , und dag versichere ich mit der groß - ten Kälte , und mit der festen Ueberzeugung , Sie wü» den das eben so finden , wie jeder edle Mann , der den Menschen am liebsten sieht von Angesicht zu Angesicht . Wer so gleich Herablassung , demüthigen Blick gegen die Erde und gesenkte Augen erwartet von jedem , der vor ihn tritt , und nur eine oder zwo Stufen im Staats - kalender unrer ihm steht , der bleibe hier weg . Sicher ist man aber auch dagegen vor dem herabsehenden Blick des Hohem , und , die meistenmale wenigstens , vor Grobheit . 
Die alten Marschbewohner , und insonderheit die Dithmarscher , sind Ihnen aus der Geschichte besser be» kannt , als mir . Die Grundzüqe des Characters sind noch die nemlichen ; aber mit Wahrheit glaube ichs sagen zu können ; sie sind veredelt . Von dem alten wilden Uebermuth habe ich keine Spur mehr angetrof - fen , dergleichen es in der ersten Hälfte dieses Jahr« hundertö sonst noch gegeben hat . Derzeit gab es auch noch mehrere einzelne Menschen , weiblichen und mann» lichen Geschlechts , die sich durch außerordentliche Star , ke des Körpers auszeichneten . Deren sind keine mehr . Dagegen ist der gerade gesunde Menschenverstand , und der freye feste Much noch im Durchschnitt der nemliche . 
Gewöhnlich ist der Dithmarscher von mittler tergesetzter Statur , mehr nervigt , als stark an Mus - keln , ohne überflüssiges Fett , und ohne mager zu feyn , 
B wie
	        
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