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Deichbau daraus lernen wollten ; denn die Seedeiche scheinen diesen Verfassern nicht so bekannt gewesen zu skyn , als die Deiche an den obern Flüssen . Diese Zwey Männer , davon der eine als ein großer Theoreti» ker berühmt ist , und der andere selbst durch die Gesell - schaft mit jenem , das Ansehen eines erfahrnen Practi« kers erhält , erklären gerade zu , daß auf den kel eines Embaues mir dem Ufer und dem Strom weit weniger ankomme , als man meiniglich glaubt * ) . Dasselbe halte vor ihnen , wie ich nun sehe , Zendrini schon gesagt und es noch be - stimmter gezeigt^ ) . Der letztere erinnert aber dabey , es sty dieß nur so richtig nach der abstracten Theorie ; und der wirkliche Erfolg nicht allemal so , als man ihn Nach jener erwarten könne .
Wie das sich behaupten lasse ? waö freylich beym ersten Anblick ein Paradoxon ist . Um mich kurz zu fassen , 'muß ich die beyliegenden Figuren ( Fig . 7 , a , b , c , ) ju Hülfe nehmen .
An dem Ufer EF " in dem Flu£EF " BA , sey Cv ein senkrechter dem Strom auffangender Einbau» An beyden Seiten findet sich in den rechten Winkeln C stillstehendes Wasser , l'eau dormantej ( wies die Italiäner nennen , lunleace , ) rodres Wasser könn» ten wirS noch stärker nennen ; aber über die Wahrheit hinaus . Es ist nicht einmal völlig stillstehend , doch Meist ruhend . Eine schwimmende Kugel , die inner - halb des RaumS EDF kommt , bleibt auf ihrer Stelle , oder treibt ganz in den Winkel hinein . Die Natur der krummen Linie DE und DF ist noch unbekannt .
Zendrini
* ) Recherche» für la conftru & ion laplus avantageufe des digues , pag . 34 . n . LVIlI .
9> * ) Leggi , Fcnomeni dell aequc correnti , £ap . X . §• 20 ,