Full text: Reisen in die Marschländer an der Nordsee zur Beobachtung des Deichbaus (Erster Band)

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Die eben erwehnte Hirlerschanze ist eine Elbinsel , die vorher umdeicht war , seit einigen Iahren aber ihre Deiche verlohren hat , die auch nichts anders als kleine Sommerdeiche gewesen sind . Man will sie nicht wie« der bedeichen , und dem Fluß selbst es überlassen , all« mählig den Boden zu erhöhen . Ob man daran wohl thue , weiß ich nicht , weil ich sie nicht naher kenne . Nur keine Maxime daraus gemacht , daß es vernüns - tig sey , bey allen Elbinseln es so zu machen . 
Eine öconomische Einrichtung stieß mir untenve« gens auf — denn suchen kann ich dergleichen nicht — die ich mir doch bemerkte . Statt daß man in unsem Marschen das bekannte Rübsaat oder Rabsaat auf dein Felde unter freyem Himmel über einem großen Rab - saatseegel auszudröschen pflegt , fährt man cS hier in Wagen , die aber mit einem solchen Seegel belegt sind , wie das übrige Korn in die Scheune , und laßt es nach Bequemlichkeit allmählig ausdröschen . Ich erinnere Mich , daß einige iandwirthc im Süderdithmarschen es auch schon so machen ; aber hier ist es mehr allgemeine Sitte . Man versichert , daß nicht mehr durch das Einfahren verfpillt werde , denn der Saame fällt leicht aus den Schoten heraus , als durch das Zusammentra« gen auf dem Acker auf die Dreschseegel hin ; und dann hat man die große Bequemlichkeit bey jenem , daß man nicht auf einmal so viele Menschen zusammen haben darf , als bey dem Drefchen auf dem Felde , was oft den einen Nachbarn in Verlegenheit setzt , weil der'an . dere eben die Arbeiter dazu gebraucht ; ingleichen die noch größere , daß man minder von der Witterung ab» hangt . Denn das Dreschen imFreyen erfordert nicht bloß eine stille , sondern auch heitere Witterung . Je - der Landmann muß zwar sein eigenes Seegel haben , wenn eingefahren wird , weil erS mehrere Tage nach ander gebraucht , und also einer dem andern das seinige 
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