Full text: Reisen in die Marschländer an der Nordsee zur Beobachtung des Deichbaus (Erster Band)

nicht füglich leihen kann ; aber dafür wirb das jahrliche Miechgeld wiederum erspart . Recht gut . Allein es hat dock auch das Dreschen auf dem Felde die große Bequemlichkeit , daß man in einem oder zween Tagen mit dieser Erndte fertig wird , und den Raum in den Scheu» nen für das folgende Korn behalt . Und , was eine Hauptsache ist , man sagt , der auf dem Felde , in freyer trockner Luft , bey Sonnenschein ausgedroschne Saa« men verliehre mehr seine wasserichte Feuchtigkeit , werde oelreicher , und wie sieö nennen , kraller , das N denn , besser . Das läßt sich auch hören . Am Ende mag es wohl dahin auslaufen , daß eins das beste sei» , wenn die Witterung sich fügt , nemlich das auf dein Felde Dreschen ; und das andere im entgegen geseßren Fall . So wäre es am besten , auf beydes sich gefaßt zu hal« ten ; und daß dann dieß auch wiederum für jeden an« sehnlichen Hof ein eigenes Seeqel nöthig macht . 
In der Hafeldorper Marsch ist nocd eine andere Sitte , wogegen eine gewisse Classe von Menschen in der Litaney bitten mögte , daß sie nicht allgemein werde» Es versicherte mich nemlich mein freundschaftlicher Wirth zu Hasela» , der Inspektor Äod> , der , wie ge« wohnlich , zugleich im Rainen der Gntvherrschaft , als Iustitiarius die Gerichtsbarkeit verwaltet , daß schon seit verschiednen Jahren in der ganzen Haselvorper Marsch , wozu Haseldorp und Haselau gehören , unrer den Einwohnern schlechthin kein Proreß geführt werde . Das conrrastirr mit den vielen Zankereyen der Leute in der Bieleberger Marsch . Die Frieds« , tigkeit ist dor« ten nun einmal Sitte . Wenn sich ein paar ligen , so geht man zum Inspektor ; dieser sagt seine Meinung , und verträgt sie , damit ist denn die Sache zu Ende . Die Leute sind hier sonst eben so frey , sind eben so munter , und in dem gleichen Wohlstande , wie borten» Man sagte mir , der ehemalige tandkanzlee 
Fuccius ,
	        
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