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nicht genießen . Vielleicht habe ich bey meiner Rück« kunft noch ein paar Tage mehr in meiner Gewalt , die ich wenigstens dem Umgang mit Rlopstock , Rci« marus , Vüfthen und von Drareln widmen könne .
Von dem Ort selbst , von dessen Vorzügen und An» nehmlichkeiten schreibe ich Ihnen nichts . - Das gehört entweder nicht zu meinem Zweck oder ist auch zu be« kannt . Wenn ich nach der iaune , in der ich hier in einigen Zirkeln gewesen bin , nach dem wenigen , was ich selbst erfahren und von andern gehört habe , urthei« len sollte , so wäre ich sehr geneigt zu glauben , daß ein Mann , der als ein unabhängiger Cosmopolit leben kann und mag , der in Freyheit aber auch in Sicherheit leben und seines Lebens genießen will , vielleicht nirgends mehr an einem Ort beyfammen trifft , was ihn angenehm un - terhalten könne , als in Hamburg . Für den Körper und zum körperlichen Wohlleben ist hier , nach aller Gestandniß , mehr zu haben , als schwerlich ein tiger Mann zu genießen suchen wird . Und für Geist und Herz wüßte ich nicht , wie jemand , der bey dem Gang der Begebenheiten in der politischen und morali» schen Welt , als Zuschauer und Beurtheiler sich interes - sirt , irgendwo leichter und in reichlicherm Maaße Un« terhaltungen für sich antreffe , als hier im Mittelpunkt der Nachrichten aus ganz Europa» Für den Gelehr« ten dagegen , als Gelehrten , und etwas ahnliches gilt von vielen andern Elasten von Menschen , ist eS ein ders . Es giebt hier viele hellsehende und aufgeklarte Menschen ; verschiedene Liebhaber der Wissenschaften ; einige Naturalienkabinette , Sammlungen von Kunst - fachen , Bibliotheken und einzelne vorzügliche und be - rühmte Gelehrten . Aber das ist in Vergleich mit den Bedürfnissen und mit dem , was man anderswo hat , von keinem großen Belang . Ueber gewisse Dinge wun« dere ich mich sogar , $ . ^B . daß sich nicht einmal eine
gelehrte