Full text: Reisen in die Marschländer an der Nordsee zur Beobachtung des Deichbaus (Erster Band)

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nem obern Ende zu . In diesen tritt nun die Fluth hin - ein , und läßt da viel Schlick fallen , der denn durch den Unrath , der aus den anliegenden Hausern dazu kommt , vergrößert wird und eine stinkende Pfütze macht . Die faulen Sumpfdünste mögen dann immer , wie mans auch von dem Gestank der Lagunen zu Venedig behau - ptet , der Gesundheit nicht so schädlich seyn , al6 sie der Nase widrig sind ; ob ich das gleich nicht für ganz rich - tig halte , so ist das letztere doch auch ein Uebel . Man versicherte mich , daß der Preis der Hauser an diesen Stellen eben des Geruchs wegen , geringer sey . Man hätte dem mit einer Schleuse abhelfen können . Ich sprach ein paar sachkundige Männer darüber , und be» zeugte ihnen meine Verwunderung . Aber sie bezeug - ten mir noch mehr ihren Aerger darüber . Es galt die Pluralität des Collegii , das die Direction über den Bau gehabt hatte und was größtentheils aus Leuten be« stand , die destomehr anzuordnen sich anmaßten , je we - Niger sie dazu fähig waren . 
Bey dem Herrn Rirchhof * ) habe ich eine vor« trefliche Sammlung von physikalischen und machsmati - sche» Instrumenten gesehen , die fast alle aus England sind von den besten Meistern . Unter andern ist hier eine Maschine , die meiner Aufmerksamkeit vorzüglich em - pfohlen ward . Durch sie soll die Aufschwellung des Wassers im Meere bey der Fluth an den beyden gengesetzten Seiten der Erde zugleich - ein Pmkt , der manchem schwer zu begreifen ist , und doch so leicht begriffen wird , wenn man die Neutonische Theorie nur recht gefaßt hat — sinnlich gemacht werden . Aber diese Verfinnlichung gefallt mir nicht sehr , sie führt zu einer 
Aa z falschen 
* ) Jetziger Senator , ein als Kaufmann und Gelehrter 
würdig bekannter Mann .
	        
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