Full text: Reisen in die Marschländer an der Nordsee zur Beobachtung des Deichbaus (Erster Band)

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Sieben und fünfzigster Brief . 
Eine Tour nach Zollspieker . Fluth daselbst . Senkrechte Bollwerksdeiche . Eine Buschbedeckung des Deichs . Flacken . 
Hamburg . 
Liebster <Z ) nkel . 
^S^a ich nach Zollspieker hinaus wollte , hatte ich ^ meinen W«gen gegen neun Uhr bestellt , weil ich des Morgens noch vorher einen Gang auszugehen hatte . Ich verspätete mich ein wenig , und kam erst einige , Minuten nach neun zurück . Mein Wirth steht vor der Thure , und sagt mir , daß ich nicht fahren könne , weil die Bürgerschaft versammlet sey , und so lange das dauere , wären die Stadtlhore geschlossen . Das könne bis Mittag , auch bis Nachmittag , auch bis Abend dauern . Nun dann , sagte ich , so esse ich hier zu Mit - tag . Aber mein Postillion verlangte Wartgeld , und ich mußte mich mit ihm darüber setzen . Bald nach Ein Uhr Mittags kam das Thor wieder auf . Nun wollte ich schnell fort . Aber da hatte sich eine solche Menge Wagen in der Zeit innen und außen gesammelt , daß mehr als eine Stunde verging , ehe ich aus dem Gewirre frey war . Das öftere Thorschließen ist , wie selbst Hamburger klagen , ein unnatürlicher Zwang , und die Altonaer führen es gewöhnlich für sich an , wenn die Frage ist , ob es angenehmer sey , bey ihnen zu wohnen , als in Hamburg . Man soll schon mehrmalen darüber deliberirt haben , ob eS nicht abzustellen , oder allenfalls eine bloße Thorsperre dafür einzuführen sey ? Aber bisher hat man so weit noch nicht kommen können» Das eigentliche warum nicht ? mag ich wohl nicht wis - > sen und will also darüber nicht urtheilen , da ich Vor . theil und Nachtheil nicht von allen Seiten abwägen kann . Nur so viel weiß ich , daß diefe Einrichtungen 
Aa 5 sicher
	        
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