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Hollstein und nach der Eyder so viel unreif abgeschüttelt tes und unterwegenö gereiftes Obst zuführt . Denn daran liegt es , daß die Ohllander Kirschen z . B . , die zu uns kommen , so schön aussehen , und so fade schmecken . Wir iverden bey uns auch ja wohl einmal dahin kom« men , daß wir selbst reifes Obst haben , und unser Geld nicht für unreifes außer Landes schicken dürfen .
Die Obstkultur ist hier das vorzüglichste . Man sieht vielleicht eben so viel iand mit Obstbäumen besetzt , und noch mehr , als Wiesen und Kornlanh . Der Walnußbaum steht allenthalben an den Wegen . Von Jork bisScemkirchen und noch weiter fuhr ich durch eine Kirschenallee . Die Kirschen hingen so herunter , daß ich fast ohne vom Sitz aufzustehen , sie abpflücken konnte . Aber dafür war der Weg auch naß und kothig , der sonst jeßo allenthalben so trocken ist , wie eine Diele» . Man kann mit Vorsicht auch in den Marschen Baume an den Wegen setzen , ohne die Austrocknung zu hin« dem . Nur müssen sie nicht zu nahe an einander stehen , und keine oben bedeckte Allee ausmachen . Sonst sind die Wege verdorben .
Nebst dem Obstbau ist der Hanfbau im Altenlande ansehnlich . Es ist natürlich , daß die Einwohner selbst viel Obst und Gemüse essen . Des Morgens und des Abends haben sie ihre Suppe von braunem Kohl , wie anderswo der Bauer seine Grütze . Die Ohllander ste« chen überhaupt sehr >von den andern Marschbewohnern ab , und ich muß gestehen , daß , so viel ich von ihnen gesehen habe , sie mir an ihrem Aeußern am wenigsteil gefallen haben . Ihre Physionomie ist nicht vortheil« Haft ; langlichte herunterhangende Gesichter ; lang von Statur , aber schmal und dürre . Sie gehen in ihren weiten Hosen , und kurzen Jacken , eben so schluddrig einher , als diese selbst sitzen . Ich sähe nur ein einziges hübsches Bauerngcsicht , noch dazu bey einer Manns« . * person ,