Full text: Reisen in die Marschländer an der Nordsee zur Beobachtung des Deichbaus (Erster Band)

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Person , dergleichen man sonst in den Marschen so hau - fig sieht , und die Menschen waren in ihrem Sonntags - putze , und in dem Wirthshaufe zu Jork eine große Menge beysammen . Ich kenne Districte , wo fast alle Gesichter hübsch sind , und insonderheit durch schöne weiße Zähne sich auszeichnen . Hier fand ich einen District , wo sie durchgehendö häßlich waren . Das hat ohne Zweifel feinen Grund in der Lebensart , und in der Nahrung , und erhält sich , weil die Leute sich meiniglich nur unter sich verheyrathen . Aber es tragen mich psychologische Ursachen dazu bey . Ueber einen Todteü trauren sie hier ein ganzes Jahr mit zugemach - ten Fensterladen . So eine Düsternheit liegt auch auf ihrer ganzen Physionomie . Sie sollen auch noch vieles von dem alten rohen Wesen an sich haben . Ein Mann aus Buxtehude versicherte mich , daß man , zumal wenn sie in ihren Krügen versammelt waren , gegen sie auf seiner Hut seyn müßte . Und daß er nicht ohne Furcht , allein , als ein Fremder , unter ihnen über - nachten möge . 
Das Alteland verrath durch seinen Namen , was auch die Geschichte bestätigt , daß es zu dem ältesten Marschland an der Elbe gehöre . Im zwölften Jahr - hunderte komnit es aber doch nur vor , als ein unbedeich - ler Sumpf . Hier sind alfo vielleicht die Hollander zuerst hingekommen , oder eigentlich wohl die Niederländer , welche die Deiche eingeführt . Daß übrigens dies^ Marsch größtentheils auf Moor liege , würde man schon aus den nahen großen Mooren und aus seiner Lage zwi - schen den Flüssen schließen können . Man weiß es , aber aus der Erfahrung unmittelbar . Was mir an» besten gefällt , ist die innländifche Wasserfahrt . Kein Ohllan - der braucht Obst weiter in Körben zu tragen , als bis an die Grenzen des Gartens , oder des Ackers , wor - auf es wachst . Von da wird es , mittelst der Graben , « Vb die
	        
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