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Vorher will ich Ihnen aber meine Schuld abtragen , und den Rest meiner Bemerkungen bis an die hiesigen übersenden .
Die Oost , welche Neuhaus vorbeygeht , und in die Elbe fließt , ist ein erheblicher Fluß , bey NeuhauS auf 28 . Fuß tief , und hat noch eine ansehnliche fahrt . Eine Sandbank vor dem Ausfluß macht die Einfahrt für große schiffe etwas beschwerlich . Zu Neuhaus ist eine sichere Hafenstelle . Dieß veranlaßt in dem Flecken einen ziemlich starken Handel mit Gebens - Mitteln . Die Fluth geht in die Oost hinauf bis Vre ? mervöhrde . Man rechnet den Unterschied des hoch» sten und niedrigsten Wassers auf neun Fuß . Genaue Beobachtungen hat man darüber nicht . Ich gab hier einmal sehr acht auf das Kentern des Stroms bey der Umwechselung mitten in dem Fluß . Es dauerte der scheinbare Stillstand , da das Wasser weder aus - noch einzulaufen schien , keine Minute . Kaum daß ichs mich recht bewußt werden konnte , daß der Auslauf aufgehört habe , so zeigte sich schon das Einlaufen der Fluth wie - herum deutlich .
In einer Bucht der Oost von etwa zo . Ruthen lang wird der Fluß herum geleitet von zwey Busch - Wengen ; die obere lag gegen der Ebbe , unter einem stumpfen Winkel von iz 5 . Graden , nach oben . Die untere Schlenge fing den Flußstrom auf unter einem Winkel von etwa 10 ; . Graden . Aber es war bey dem vbern Einbau die Richtung nicht gut getroffen . Der Ebbestrom fiel in den spißen Winkel der untern Schlen - ge so stark hinein , daß man Buschzaune hatte vorzie« hen müssen , um den Grund in diesem Winkel zu ver« wahren , und es schien nicht einmal , daß man diesen Zweck erreichen würde .
Was ich hier am besten fand , waren die Vorkeh« rungen , die man gemacht hatte , den weggebrochenen
Fuß