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stŅkŞMML-iķâ-L
Dîeņslftâ 3»
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Me enLschridende Bedeàņg des U-Boorksļeses für Herr Şļra der MittelmSchte. — Der
Sieg gefichert, mm bk Frosls» in der Abwehr dm A»gr!ffes stssdhattes.
ļîîiì^âģ^Hìàuburşis m-d Ludeudorffsin $Bknmu bem Kaiser von Oesterreich, de.m österreichischsn Auslsndsmi. ister und dem deutschen Botschafter
à ân. ^ Dre àfchKrftmâ der Husgerblomde: Nach den Neuen Beschlüssen soll die LebensWÜteleinfuhr nach Holland, der Schweiz und den nordischen
Staaten rtu-omert, Schwefel und ^ohstofse uoerharrpt nicht mehr zur Einfuhr zugelassen und dis Neutralen gezwungen werde», den Austausch von Lebens
mitteln mir Deutschland einzustellen.
Die siegreiche Ab«ehrschlscht int Osten bri Ksàchy — Gstw!ckel««s neuer KüMpfe. -
Lsges-A-BssLbkAte 26788 Tsns« '
Die berorsteher-den Aktionen d?s Verbandes in Kleinasien. — Die Wisderherstrünug der Monarchie in China unter der Mandschu-Dynastie.
Der Lr-eg Her MiliLärreVoluLion
in Lhittü.
, Die Ursachen Her LteLtrner
2lttLscheeitUttgeĶ-
Es durchliefen vor wenigen Tagen aufregende
Eerüchte Deutschland, wonach von Stettin aus
heimlich Schiffsladungen von Kartoffeln nach
England befördert werden sollten, die Bevölkerung
aber energisch dagegen eiiWeschritten wäre. Es
seien böse Krawalle entstanden, die jetzt und zwar
mit überraschender Schnelligkeit ihre 'kriegsgericht
liche Vergeltung gefunden haben. Da diese Vor
sänge typisch dafür finch wie derartige Ausschrei--
tungen auf unbestimmte Eerüchte hin entstehen
können, ist es nicht unangebracht, die Stettiner
Vorgangs unter dem Lichte des Prozesses selbst zu
betrachten, der nicht weniger als 100 Personen
beschuldigt, von denen die Hülste erst 18 Jahre alt
war. Man»braucht sich dabei nur an die Feststel
lung der Tatsachen selbst zu halten, um die rich
tige Einsicht und Ansicht von dem Vorgefallenen
zu gewinnen. Es tauchte um die Mitte Juni in
Stettin das Gerücht auf, Last einige angesehene
Kaufleute Stettins an einem Handel mit Lebens
mitteln, vornehmlich Kartoffeln, nach dem feind
lichen Auslande beteiligt fein sollten. Wie schon
der Bürgermeister bekannt gegeben hatte, hatte
das Gerücht seine Ursache darin, dast im Stettiner
Hafen tatsächlich drei Dampfer mit Kartoffeln ab
gegangen waren. Die-je Kartoffeln waren auf Ver
anlassung der ReichekartoffelsteIle zumeist im Krei
se Randow 'in Pommern aufgekauft worden und
sollten per Schiff von «Stettin nach Schleswig-
Holstein gehen. Es entstand in Verbindung hier
mit sogar das Gerücht, daß der Oberbürgermeister
in eigener Person an - den KartoffelfchiebunAen
beteiligt gewesen sein soll. Es sollten sogar Kar
toffeln per ll-Boot nach dem feindlichen Ausland
geschafft worden sein. Da selbst gebildete Leute
diesen Unfug weiter verbreiteten, so war es kein
Wunder, daß bei den weniger Gebildeten das Ge
rücht als wahr angesehen wurde. Schon bor dem
18. fanden vor den Wochiiungen. der hiesigen Kauf
leute, die an der Sache beteiligt sein sollten, An
sammlungen statt. Am 19. vormittags versam
melte sich eine große Menschenmenge vor dem Rat
haus und schickte auch eine Deputation in das Rat
haus, die mehr Lebensmittel und außerdem auch
Aufklärung über die Sache selbst verlangte. Dazu
kam noch, daß in Stettin die Karrosfelration auf
ein Pfund pro Woche herabgesetzt worden war
und die Ersatzmittel nickt, wie in Berlin,.in Mehl
bestanden, sondern in Kohlrüben. Da die Ant
wort angeblich nicht befriedigend ausfiel, fing die
Wenge an zu johlen, zog in den Abendstunden
nach dem Paradeplatz, und am Königstor stauten
sich die Menschen dann zu Tausenden. Pie Schutz
leute waren völlig machtlos. Einige' Burschen
gingen angriffsweise gegen die Schutzleute vor und
bewarfen sie mit Steinen. Sa pflanzte sich der
Aufruhr durch die ganze Stadt fort. Unter An
führung einzelner Rädelsführer wurden in gan-
Zen^ Strastenzügen die Schaufenster zertrümmert,
Zunächst von LebensmittelgefchÄsten. dann aber
<ruch von Schuhgeschäften, selbst vor Frifeurläden
wurde nicht Halt gemacht, alles wurde aus'ieplün.-
gen Plünderung von Läden, in den meisten
nahm inan Schuhe mit, angeklagt. Das llrteil
fiel verhältnismäßig milde aus. Der Vertreter
der Anklage hatte gegen die Hauptanstifter 5
Jahre Zuchthaus bis herab zu 6 Monaten Ge
fängnis beantragt. Es wurde aber nur eine Per
lon, ein Schneider, zu 2X> Jahren Gefängnis ver
urteilt, die anderen Angeklagten erhielten ge^
ringers Freiheitsstrafen. Allerdings konnten die
Hauptbeschuldigten noch nicht gefaßt werden.
Man sieht also wie gefährlich die Aufnahme
und Weiterverbreitung von Gerüchten besonders
in der gegenwärtigen Zeit ist. Man sollte sich
nicht zum Zwischenträger unkontrollierbarer Ver
dächtigungen erniedrigen, die manchmal sogar ab
sichtlich von ausländischen Agenten in die Weit-
gesetzt werden, um im deutschen Volke Verifotzung
und llruhe zu stiften. Zn diesem Sinne ist es
gut, daß man durch vorstehende Aufklärungen über
ixti wahren Sachverhalt der Vorgänge in' Stettin
unterrichtet worden ist.
Die Vssprechungen HrnLenburgs
rnrö LVösnöseffs iN Wie??.
WTB Berlin, 3. Juli. Amtlich. Ecneralfeld-
marschal! von HindenSurg und General der Infan
terie von Ludendorff sind ani 2. Juli vormittags im
Standort des Großen Hauptquartiers eingetrof
fen zu Beratungen über die jetzigen und zukünsti-
acn Operationen der verbündeten Heere. Seine
apostolische Majestät empfing die beiden Geticralc
in längerer Audienz. Am Nachmittag werden Be
sprechungen mit dein k. k. Minister des Auswärti
gen und dem deutschen Botschaster in Wien statt
finden.
*
Hmöenbtrrg rmö hlc Aussichten
des Krieges.
WTB. Berlin, 3. Juli. Von einer Seite, die
dem EeiieralfeldMarschall von Hindenbnrg nahe
steht, wird uns mitgeteilt, daß sich der Generalfeld-
marfchatl folgend ermaßen über die gegenwärtige
Lage geäußert hat: Der Krieg ist für uns
g e w o n n e n, wenn wir den feindlichen
'Angriffen standhalten, bis der
Untcrjeebootskrieg sein Werk getan
h a t. llnsere ll-Boote machen gute Arbeit. Sie
zerstören die feindlichen Lebensbedingnngeii, stär
ker als wir dachten. In nicht ferner Zeit werden
unsere Feinde z u Nl Frieden g c z w u n-
3 c n sei n. Sic wissen das, und deshalb werden
sie. trotz ihrer schweren Niederlagen, die sic am
Jsonzo, in Tirol, an der Aisne und bei Nrras in
diesem Frühjahre erlitten haben, ihre Angriffe
fortsetzen müssen. Mögen sie noch so aussichtslos
seikk. A u f di e H i I f e d e r A m e r i k a n c r t ö n-
II e n s i e n i ch t m e h r w a r t c n. Cie sollen kom
men! Wir werden die Feinde solange heimschicken,
bis sie einsehen, daß wir den Krieg g e wo n-
n p n habe n. Dann werden Oesterreich-Ungarn,
Deutschland, Bkllgarie» und die Türkei den Frieden
dert. Sa st'iid auch die meisten der Personen, die'j bekommen, den w i r e r z w u i, genhabe n z u r
!>ch in diesen Tagen zu verantworten hatten, we- j v o l l c ii Entfalt:. n g u n s c r c r K r a f t. Der
Feind hat uns unterschätzt. Er glaubt an die Macht
seiner zeitweiligen Ueberlegenheit und meint, daß
Entbehrungen uns zwingen können, einem Frieden
zuzustimmen, daß unsere und unserer Verbündeten
Zukunft vernichtet. Ich wünsche, daß die Staats
männer unserer Feinde gleichen Einblick in die Mo
narchie hätten, die mir erneut geboten ist. Sie wer
den von ihrem Vorhaben ablassen. Ich nehme von
meinem Besuch die feste Ueberzeugung mit, daß wir
zusammenstehen werden bis zum siegreichen Ende.
Unser Bündnis ist nicht zu erschütern. Die Negie
rungen, die Armeen und jeder Einzelne in den Wl-
kern Deutschlands und Oesterreich-Ungarns sind bc-
reit, e i n z ust ehe» f L r d a s g e m e i n s a m e
Wohl bis zum A e u tz e r st e n. M a g k o m-
m c n, w as wolle!
Die Ne-rscharftlng der Hn;,ger-
ŞļoàHe.
WTB. Amsterdam, 3. Juli. Ein Vertreter
der Kewyork Times teilt über die amerikanischen
Pläne zur Beschränkung der Ausfuhr folgendes
mit: Die Ausfuhr von Lebensmitteln nach Hol
land, Skandinavien und der Schweiz soll auf das
Allrirnotwenditzste beschränkt werden, was diese
Länder zum eigenen lintechalt unbedingt gebrau
chen. 2. Schwefel und andere Artikel, die von den
genannten Ländern nach Deutschland geliefert
werden, sollen nicht mehr ausgeführt werden.
3. Vorrechte, die die Alliierten bisher dem Han
del neutraler Länder gewährt haben, sollen be
schränkt werden, bis zu dem Augenblick, wo die
neutralen Länder, was sie nötig haben, von den
Alliierten kaufen und den Einwand fallen las
sen, daß der Austausch von Lebensmitteln mit
Deutschland nötig sei, um Steinkohlen und an
dere Artikel zu erhalten.
Wie in dlplomatiichen Kreisen des Haag
verlautet, soll eine gemeinschaftliche diplomati
sche Stellungnahme der skandinavischen Länder
und Hollands bezüglich der amerikanischen Le-
bensmittelausfuhrpolitik bevorstehen. Sofern die
Maßnahmen der amerikanischen Regierung einen
herausfordernden Charakter tragen sollten, wollen
die Neutralen die Lebensmittelabschlüsse mit Eng
land aufgeben.
26 7GG Ccms LêgsZM-Bootberà.
WTB. Amtlich. Berlin, 2. Juli. Neue U-
Booterfolge aus dein nördlichen Kriegsschauplatz:
20 700 Bruttoregistcrtoimen. Unter den versenk
ten Schiffen befanden sich «. a. ein unter Sicherung
fahrender englischer Dampfer von etwa 5036 To.
mit Kohlenladung, ein sehr großer gesicherter be
waffneter englischer Dampfer, dessen Kapitän ge
fangen genommen wurde und ein gesicherter be-
wassneter englischer Dampfer vom Aussehen „Do
ver Castle", 8808 To. Zwei versenkte Segler hot
ten Fische und Stückgut geladen.
Der Chef des AdmiraPabes der Marine.
WTB. London, 2. Juli. Reuter meldet aus
Schanghai: der junge Kaiser Hsuantnng verkündig
te seine Thronbesteigung.
Zu bt'Cier lakonischen Reutermeldung wir wei
ter bekannt:
General Tschung Schmr, Führer der Bļilitär-
partei, suchte am 1. 7. 3 l?hr morgens den Präsi
denten auf und verlailgte seinen Rücktritt, wobei
er ihm bereits die gemeldete Mitteilung machte,
daß der Mandfchukaiser Hsuantnng den Thron wie
der zu besteigen hätte.
Reue Kampfe an öel' Ostfront.
WTB. Amtlich. Berlin, 2. Juli. Abends.
Im Westen nichts Neues. Im Osten sind b«k Kon-
juchy russische Angriffe, zusammengebrochen und
weiter südlich neue Kämpfe entbrannt.
Bei fortdauerndem schweren Artilleriekamps in
Flandern wurde deutscherseits u. a. der englische
Haupt-Stapel-Waffenplatz Aper» unter das Feuer
schwerer und schwerster Kaliber «encnimen. In der
Stadt, worin, wie bekannt, starke englische Reserven
liegen, wurden zahlreiche Grplosionen und Brände
beobachtet. Im übrigen wurde die Vekämpsung der
englischen Artillerie fortgesetzt. In zahlreichen Batle-
riestellungen konnten Explosionen und Flucht der Ge
schützbedienungen beobachtet, werdest.- Am Morgen
des 1. Juli um 1,15 Uhr griffen di- Engländer mit
zwei Divisionen zwischen der Straße Beihune-Leno
fund' dem Souchez-Bache an. Vorteile, die die Eng
länder zwischen der Vorstadt von Lens und am Souchez-
Bache anfänglich errangen, wurden durch schwung-
jvollen Gegenstoß eines oberschlesischen Regiments
nvieder entrissen.
An der Aisn-.'-Front erhöhten sich die mehrfachen
französischen Gegenangriffe gegen die Gesamtheit der
hier sin den letzten Tagen verlorenen StMungen^.
Die französischen Verluste sind erheblich. Vom 28.
bis 30. Juni wurden 868 Mann. darunter 15 Offi
ziere, gefangen und 12 Maschinengewehre, 7 Schnell
ladegewehre, 6 Mlnenwerfer, 3 Erabensianonen und
ungezählte Minenmunition sowie zahlreiches Mate
rial erbeutet.
An de: Ostfront verwandelte das zweitägige
schwerste Trommelfeuer die Kampflinre van Erzezam,
bis zum Dnjstr in ein Trichterfeld nach westlichem
Muster. In immer wieder frisch gefüllten Wellen
stürmten die Russen bis zum Abend vergeblich. Die
gesamten Stellungen blieben in der Hand der Ver
bündeten oder wurden in kühnem Gegenstoß wieder
genommen. Nur an einigen wenigen Stellen ver
mochten sich in den vordersten Gräben Russennester
-zu halten. In der Nacht flaute der Kampf ab. Seit
dem Morgen des 2. Juli ist er wieder im Gange.
Nördlich von Stanislaus und in der Gegend von
Zloczow kam es trotz des heftigen Artitleri-ekampfes
nicht zu Infanterie-kämpfen. Als Erfolg der rüct-
sichtslos eingesetzten Angriffe und als Preis für ihre
unerhörten Opfer errangen die Russen lediglich das
Dorf- Konjuchy. Versuche, von dort aus weiter vor-
gu'driiigen, scheiterten verlustreich.