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wie lange mich das da zu Besehende aufhalten werde . Aber ich zweifle , ob Sie eher wieder Briefe von mir erhalten , als bis ich in Bremen bin .
Wenn ich noch am Schluß meiner Beobachtun - gen an der Elbe einen Blick auf die beyden Marschufer werfe , den fruchtbaren Rand , den sich der Fluß selbst gemacht , aber der Mensch eingefaßt hat , mit Deichen , und die Südseite mit unserer Nordseite vergleiche , jand mit iand , Menschen mit Menschen und Deichbau mit Deichbau , so deucht mich , daß , wenn wir an der Nordseite nicht Ursache haben , stolz zu thun gegen un» fere diesseitigen Nachbaren , diese letztem sicher auch nicht berechtigt sind , sich gegen unö zu erheben . Ich finde keinen großen Ausschlag auf der einen noch auf
der
und mit ablaufenden starken Werken entgegen arbei - ken , so fürchte ich , daß auch der sich viele Jahre nicht mehr halten werde . Und wenn der fort ist , so muß der Strom seine Angriffe von selbst nachlassen , oder das Vorland , was noch hinter den Steinkisten und der Cteinboschnng übrig ist , geht aitch weg . Und denn ? Je nun , so koninit Cuxhaven mit seinen Wer - ken weittr hinaus auf dem Watt in der Elbe zu gen ; und sie dann da zu erhalten ? das geht wohl an , aber hoc opräshic labor erit . Ich fürchte , man wer - de es künftig fühlen , daß man an der aufgegebenen Deichstrecke noch etwas mehr als die Landereyen kehren habe . Eine Kleinigkeit ist es doch auch wahr - lich schon für jetzo nicht , daß fo manche Eingesessene in dem äußersten Nothstand gesetzt sind . Ich habe in meinen Briefen verschiedentlich über die Mangel un - fers einheimischen Deichwesens , über die Unwissenheit in dem Physikalischen , und über die Unvernunft in der rechtlichen Verfassung , die noch vom Spadenland - recht übrig ist , Klagen geführt . Wenn uns das ent - schuldigen oder trösten kann , daß es anderswo eben so ist und wohl noch schlimmer ist , so haben wir hier einen Vorgang , den wir gebrauchen können .