Full text: Reisen in die Marschländer an der Nordsee zur Beobachtung des Deichbaus (Erster Band)

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der andern Seite ; aber doch auch nicht , daß die unsri« ge im Untergewicht stehe . Ob eine Vorliebe für meine Landsleute auf mich wirke ? Geblendet hat mich diese doch nicht , daß ich die Mangel bey ihnen nicht gesehen und nicht lebhaft empfunden hatte . Wie ihm sey ; so schreibe ich Ihnen , wie mirö jetzo vorkommt , in einer Stunde , in der ich gewiß nicht suhle , daß ich Lands , leute habe . 
Der Marschboden ist an beyden Seiten im zen derselbe ; so nahe , daß der erwannige Unterschied we> * nig in Betracht kommt . Durchgehends ist das Land ein mittleres gutes Marschland , das auf Sand oder Moor liegt . Die Breite ist im Durchschnitt dieselbe , drcy Vier« theil bis eine ganze Meile . Auch ist die Fruchtbarkeit dieselbe ; der Boden trägt die nemlichen Früchte ; und , wenn nicht einzelne kleine Stellen eine Ausnahme chen , ist solcher nicht so fett und fruchtbar als unsere Seemarschen in Eydelstedt und in» Tonderschen sind . Im Altenland , dem Obst - und Kohllande , baut man Lein - Rabsaat , wie sonst in allen übrigen Marschen . Aber dagegen wird außer dem Obst viel Hans gebaut , den man in keiner andern als etwan sehr einzeln antrifft . Ich glaube nicht , daß dieser Unterschied in dem Boden seinen Grund habe ; ich habe wenigstens ihn eben so iehmartig im Alrenlande gefunden als anderswo ; er tragt auch Weißen , Gersten , Haber , Bohnen , Rog» gen , wie die übrigen Marschen . Sonst sticht diese Marsch von den übrigen ab , in Hinsicht der Menschen und ihrer Lebensart , so sehr als in Hinsicht der Nutzung ihres Landes . 
Sehe ich auf die Menschen , so sind sie im Ganzen , auch an äußerlicher Gestalt so wie an sreyer Denknngs . ort , und geraden gesunden Verstände einander gleich . An der Südseite giebt es wohl mehrere , die zu Schiffe gehen , womit die Altenländer viel verdienen . Indes« 
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