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Sechster Brief .
Die nordwestliche Ecke von Bysum . Abbruch deS Lan . des daselbst . Wie Aufschlickung gegen Nordwest zu entstehe ? Bernstein an den Stranden . Queller .
Heyde .
Liebster ( ! ) nkel .
Bysumer Deich zu Osten der Kirche , von dem ich Ihnen zuletzt schrieb , sehe ich noch nicht für sehr gefahrlich an . Aber nach Westen und Nord - west herum , da ist die scharfe Ecke , deren Vertheidi - gung bald viel zu schaffen machen kann . Man hat einige Höfter auf dem Strande liegen , die ihre Dienste thun , nur nicht hinreichen , wenn die Tiefe naher an . drängt . Der Himmel verhüte , daß man nicht den Einfall ausführe , sie auszureißen , und die Abflachungs . kunst auch hier anzuwenden . Hier hat schon länger als zweyhundert Jahren her , das Wasser dem Lande abgewonnen . Das alte Nordbysum soll fünfviertel Meilen zu Nordwesten des jetzigen gelegen haben . Oh - ne die alte Tradition in den Chroniken ließe sich so et - was aus natürlichen Gründen vermuthen , zumal da man so wenig sich zu vertheidigen versteht , und vorher noch weniger verstanden hat . Der Nordwest und West und die nahe angrenzende Winde heißen in rer - Deichsprache die dösen Winde . Das sind sie wirklich für das Vorufer und für die Deiche an der See . Von denen an Flüssen , zumal an schmalen . Flüssen , ist die Rede nicht . Diese Winde sind die stärksten , machen die höchsten Fluthen , und die heftig« sten Wellen , und das bekanntlich auf der ganzen nord - lichen Hälfte der Erde , zwischen dem Wendekreise und dem Polarkreise .
Bey