Full text: Reisen in die Marschländer an der Nordsee zur Beobachtung des Deichbaus (Erster Band)

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daß mäßige Serpentinen ihr zu statten kommen . Wir haben Beyspiele gehabt , daß ein Schiff im Sommer vier Wochen zugebracht hat , um die Eyder bis RendS' bürg hinauf z» kommen . Es hat sich nicht durch Bog - siren fortbringen lassen . Die Deiche stehen an vielen Stellen zu weit vom Ufer ab , als daß man ziehen las - sen könnte ; und ein Trottoir laßt sich auf einem Außen - deich nicht gut halten . Es ist ein altes Project , diese Krümmungen durchzustechen ; man hat mir gesagt , daß sich ehedem einige Holländer erboten haben , es auf ihre Kosten gegen gewisse Vortheile thun zu lassen . Aber nach den neuen Untersuchungen , die man darüber ange - stellt hat , ist dieß Unternehmen , wenigstens vor der Hand , bey Seite gelegt . Ich weiß die eigentliche Gründe nicht . So viel halte ich aber für gewiß , daß die größten Schwie« rigkeiten bey der Sache aus der Beschaffenheit des Bo» denS entspringen müssen . Hier ist dnrchgehends ein moo« rigter Grund . Ob man vielleicht — das würde ich we - nigstenS für eine Frage ansehen , die hieben zu untersuchen sey __ durch einen nicht sehr langen Kanal , die größten und beschwerlichsten Krümmungen vermeiden könne ? getraue ich mich auch eben des schlimmen Grundes wegen nicht zu bejahen . Und dann die Kosten ? Entscheiden lassen sich solche practische und individuelle Aufgaben nicht ohne Kenntniß der individuellen Umstände ; und diese darfman sich nicht zutrauen , wenn man die Gegend einmal auf einer Reise besehen hat . 
Ich habe noch eins und das andere in meinem Tagebuch , das ich in diesem Briefe mitnehmen wollte . Man stört mich aber im Schreiben . Sie sollen die Fortsetzung und den Schluß von hier mit dem nächsten haben . Adieu lieber Onkel . 
D 2 Neunter
	        
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