Full text: Reisen in die Marschländer an der Nordsee zur Beobachtung des Deichbaus (Erster Band)

Neunter Brief . 
Fortsetzung des Vorhergehenden . 
Heyde . 
Liebster Onkel . 
^^ben an der Eyder , aber ail der andern Seite in dem Stapelholmischen , wo die Sorge in die j^yder fließt , liegt eine große steinerne Schleuse , die einzige der Art , die wir im Lande haben — die neuen , welche in unserm Kanal zwischen dem Kieler Hafen und Rendsburg angelegt werden , rechne ich nicht mit . Un« sere Marschschleusen sind bloß Siehle , Schleusen zur Abwässerung , nicht zur Schiffahrt , obgleich Kahne da» durd ) gelassen werden können , und sind alle von Holz . Dieser steinernen Schleuse sieht manö an , daß sie von Holländern erbaut ist . Sie verräth holländische Kunst , und vielleicht auch unter den derzeitigen Umständen , holländische Oeconomie . Es ist damals in diesen Ge« genden ein lebhafter inländischer Handel , am meisten von Holländern , getrieben worden . Ich hoffe , der wer« de sich wieder einfinden , wenn unser großer Kanal fer« tig ist . Diese Schleuse kann hundert tausend Reichs« thaler gekostet haben , wie mans angiebt . 
Die Fluth und Ebbe geht , wie bekannt ist , bis nach Rendsburg hinauf , wo der Unterschied in der Höhe des höchsten und des niedrigsten Wassers , ge« wohnlich , bey stillen Süd - und westlichen Winden , etwan zwey . bis dritlhalb Fuß beträgt . Bey Delv ist solcher noch 7 bis 8 Fuß ; weiter unten bey Oster« mohr L bis 9 Fuß . Nahe unkerhalb Friedrichstadt 8 ; bis 9 , , und eine Meile unterhalb Tönning 94 bi'6 1 oi Fuß . Die beyden letzrcrn Angaben beruhen auf einer näheren Untersuchung . Die erstern habe ich bloß aus der Schätzung der Deichaufseher und der Fehr« 
leute .
	        
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