Zwölfter Brief .
Die Dünen in Eydelstedt . Ihr Ursprung . Verände« rung vom Wasser . Erfolg eines Erddamms vor ei« ner Oeffmmg in den Dünen . Wirkung des WindcS auf sie . Ihr Versetztwerden .
Tönning .
Liebster Onkel .
Dünen sind es allein werth , eineTour nach St .
Peter zu machen , aber länger hier zu verweilen , als der Eindruck der Neuheit dauert , ist eben nicht an - genehm . Als ich bey der ersten Baake herum auf den Strand außer den Dünen hinkam , ward ich auf einmal als mitten in den Winter verseht . Der Wind wehete kalt und stark ; der Sand der Dünen und des Strandes ist der feinste Flugsand , den der Wind langst dem ebenen Strande vollkommen so fortwehte , als im Winter den Schnee über dem Eise . Ich hatte bloß die Dünen von ihrer Außenseite vors Gesicht . Ein großer Theil ist auswärts ganz kahl , und sähe wie mit Schnee bedeckte Höhen aus . Die bey St . Peter gen , sind ziemlich mit Sandpflanzen besetzt , und sahen aus , wie beschneiete Berge , deren höhere Gräser und Buschwerk über dem gesallnen Schnee hervorstehen . Der Strand an der See , der sehr flach abläuft , war oben , wie sich die Fluth zurück gezogen hatte , trocken und hart . Ich ging zu Fuß . Je langer es dauerte , desto tiefer traten wir ein , wie es bey solchen Sand - stranden gewöhnlich ist . So ging es dem Wagen auch . Mein Begleiter wollte nicht , daß dieser still halten sollte , weil der Smigsand ihn , wie er sagte , einsaugen würde . Ich ließ indessen die Probe ma« chen ; allein das Einsinken bedeutete doch in einigen
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