Full text: Newspaper volume (1916, Bd. 4)

stattfindend 
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Montag, 11. Nos. 
l u ! cr Photographie bc-Kht jedoch darin, Latz das! 2 a 7ü sktflmftr -»ķ» 
Splegelbrld naturgemäß Weniger lichtstark und La-! ĢSS VÄLEe- 
rum undeutlicher ist als die Vorderansicht und Latz - 
außerdem ^die Seitenansicht durch die -Spiegelung! 
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D-as Eiserne Kreuz eehisLterr 
folgende Lriegsteilnehmevr 
Şh levs, König!. Strafanşştaltsauffcher 
Rendsburg, im Felde. 
Gefreiter Jürgen Otts, 5. Bättr. Regt. 
Şohn des HoA-csihers Eggert Otte, Altenlkattb-eL 
P. Petersen, Höbech Unteroffizier im Jnf.- 
Regt Ml, Cohn der SBiti. M. Petersen, H-usb-y. 
Gefreiter Jürgen Knutzem aus Meggerdorf-iU'm- 
leitungsdei-ch, !Cchn des Imkers Jürg. Knutzen 
daselbst. 
Wehrmann Hans Stolley, 9. Komp. Jnf.- 
Regt. 361, wohnhaft Büdelsdorf, Hollingstr.11. 
Gefreiter Cievers, Sohn des Landmanns Jür 
gen Sievers in Fockbek. 
Unteroffizier Georg Kruse, Jnf.-Negt. 187, 
Sohn des Schneiders Peter Kruse in Fockbek. 
Vizewachtmeister Walter Sieks aus Rends 
burg, Fuhrpark-Kol. 5 des 9. A.-K. 
Reservist Peter Heuckens, Sohn des Arbei 
ters Jakob Henckens aus Friedrichstadt. 
Offizierstelloertreter E r n ft H a u f e n, Mafchineu- 
gewehr-Komp. Jnf.-Regt. 86, Sohn des Gast 
wirts H. Haufen in Holzkathe bei Bergen- 
hufcn (1. Klaffest 
Gefreiter Hans Schrien er, Jnf.-Regt. 86, 
Cohn des Landmanns Jürgen Schriever in 
Bergenhufen, z. Zt. im Lazarett Schleswig. 
Prokurist H e i n rich Carl aus Drage. 
ZŞerläşig« Mitteilungen Lber ŞrA>eàNKei> 
} m Eisernen Kreuzes stich uns stets «Msmmrn 
und werden kostenfrei aufgenommen. 
Die PHstogMphie tm Dienste 
öes Rrim'inKlisteîs» 
Die kriminalistische Photographie, die bekannt 
lich eines der wichtigsten Hilfsmittel zur genauen 
Feststellung von Verbrechen und Verbrechern ist, 
hat in den letzten Jahren zahlreiche und höchst 
interessante Fortschritte gemacht. Eine kurze'Be 
trachtung dieses Gebietes, wie sie der ausgezeich 
nete Kriminalist, der Chef der Dresdener Krimi 
nalpolizei, Dr. Robert Hcindl. im nächsten Heft 
der bei der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart 
erscheinenden Zeitschrift Ueber Land und Meer wie 
dergibt, zeigt, inwieweit hier das -weitver-iweigte 
EuSiet einer regelrechten Wissenschaft sich heraus 
gebildet hat. Die drei wichtigsten Verwendungs 
möglichkeiten der Kamera im Dienste der Krimi 
nalpolizei sind die Personen-photogra-phie zur Iden 
tifizierung eines unbekannten Täters oder Opfers, 
die Tatortphotographie zur untrüglichen bildlichen 
Darstellung der Einzelheiten des Tatortes und die 
Spurenphotographic. Aufgabe der Pe-rsonenphoto- 
graphie ist es vor allem, möglichst viele charak- 
teristifche Anhaltspunkte zur Wiàrerkennung zu 
geben. Hierzu ist für den kriminalistisch. Ges-ckulken 
das Profilbild am geeignetsten, da es Ohr unr. 
Nasenrücken am charakteriistischsten zeigt, anderer- 
jeits pflegt der Laie Personen mehr auf -Gründ 
der Vorderansicht wiederzuerkennen. Deswegen 
führt-i ein englischer Kriminalist das System ein, 
die^ Person mitsamt einem schräg zu ihr gestellten 
Spic-gel aufzunehmen, södaß Vorder- und Seiten- 
anjsicht auf dieselbe Platte kommen. Der Nachteil 
lanöischsn Fx^NenVeseins. 
verkehrt herauskommt. Deswegen wurde dieses 
Syztsm durch das in den 80er Jahren von Bertillon 
ausgearbeitete verdrängt. Bertillon benützt- zuerst 
zwei photographische Apparats, die in rechtem 
Winkel -zueinander aufgestelltwaren, schli.tzlich -aber 
wandte er nur einen Apparat an und konstruierte 
dafür einen in rechtem Winkel drehbaren Aufnah- 
meftühl, auf den sich der Verbrecher zu setzen hat. 
Diese Art der polizeilichen Personen-pbotographie 
ist heute in der ganzen Welt üblich geworden. 
Neben ten beiden Bildern mit Vorder-- und -Seiten 
ansicht wird meist auch noch ein drittes Bild mit 
Kopfbedeckung aufgenommen, wobei immer der 
Grundsatz zu befolgen ist, daß keinerlei Netouche 
angewandt werden darf. Die Photographie einer 
Leiche zu Erkennun-gs,zwecken ist begreiflicherweise 
-viel schwieriger, da der Tod die Züge entstellt und 
autzerdem oft Verwesung hinzutritt. In -diesen 
Fällen bedient man sich der sog. „Leichentoilette". 
Die Haare werden frisiert', das Gesicht wird .ge 
schminkt, den Augen- -wird durch Einspritzen non 
Glyzerin lebensähnlicher Glanz verliehen, eventl. 
werden sie auch durch- Glasaugen ersetzt, 
manchmal im Leben -zwei -verschiedenen Personen 
mit tauschender Gesichtsähnlichkeit begegnet, ist auch 
das bekannte Verfahren der Fingerabdrücke un-er- 
lählich, da die letzteren niemals ganz bei verschie 
denen Personen übereinstimmen. Die Photogra 
phien. werden in einem sog. Verbrecheralbum ge- 
ammelt, und zwar legte -man früher, um nicht zu 
viele Bilder vorzeigen zu müssen, für -jede Berbr-e- 
cherspezialität ein besonderes Album an. Da die 
Verbrecher aber oft ihre „Spezialität" wechseln, 
wurde ein von- Dr. Robert Heiudl ausgearbeitetes 
neues Verb-recheralbumfystem, in welchem die Ver 
brecher nach ihrem Signalement geordnet -sind, in 
zahlreichen- Städten wie München, Dresden Berlin 
und- Stuttgart -eingeführt. Die Tatortphotog-r-aphie 
ist verhäln-ismäßig noch jungen Datums. -Sie tritt 
an Stelle d-es früheren -einfachen Protokolls, und ihr 
einziger Fehler ist, datz sie die Matze dc-r darge 
stellten Gegenstände nicht -erkennen k-ätzt und in Die 
ser -Beziehung oft durch di-e perspektivische Wirkung 
trügerisch wird. Da in der Kriminalistik aber oft 
ein Millimeter von größter Ved-eut-un-g- ist, wurde 
seinerzeit von Bertillon die von Architekten und 
Geometern benutzte Ph-otogr-a-mmetrie vorgeschlagen. 
Sie ist aber in d-er Praxis wegen der Ko-Uxieligkeit 
der erforderlichen o-ptifchen Instrumente und der 
Notwendigkeit mathematisch vorgsbild-eter Arbeits 
kräfte verh-ältuismätz-ig selten. Daher wu-rde von 
Dr. Heindl -ein vereinfachtes Verfahren ausgearbei 
tet, un-d zwar wird.ganz einfach der Maßstab mit 
-photographiert. Dieser Matzstalb, der z. D. aus den 
Fußboden des Mordzimmers gelegt wird, ist aber 
nicht -etwa ein gewöhnliches Zentimetsibaüd, son- 
} neben der Befriedigung über die bisherigen reichen 
! Erfolge die Kraft und den Segen zu weiterer 
j treuer Arbeit. Möchte es ihm gelingen, im Verein 
Berlin, 11. Nov. Anläßlich der 60jühr Jub-l-' mit den verwandten Organisationen die b-klagens- 
feier des Vaterländischen Frauenvereins im Abqe- Ì Krregsnote zu lindern, die die freventlichen 
ordnetenhaufe verlas der Staatsminister v. Möller ê £ ,”*1 ^Gerer Feinde über das deutsche Volk und 
folgendes Handschreiben des Kaisers' z Vaterland brachten. 
OT„ + „ vr v„vM; • . ' Trotzes Hauptquartier, 10. Nov. 1916. 
- Vaterländischen Frauenverern zu dem ^ Berlin, 11. Nov. Der Kaiser richtete an die 
Mzahrigen Bestehen iueiuen kaiserlichen Gruß und Kaiserin das folgende Telegramm- 
eintime?" ķ Vaterländischen Frauenverein habe ich 
mn herzliches Bedürfnis. Von Deutschlands erster j bereits durch Handschreiben meinen warmen Dank 
treu Einig'ungskrieg 1870-71 f für sein langjähriges, treues Wirken ausgesprochen, 
treu bewahrt, hat der Verein unter der unermud- \ und mir den reichen Segen veraeaenwärLiat der 
vàànàAànî°^^àŗst°ndes und des hoch- ? in den vergangenen fünfzig Jahren von dieser €ti T % 
ÄrtStïriSî rS»eine gesegnete j tung meiner lieben, in Eott ruhenden Frau Erotz- 
F r>.dcnsat.belt leisten ourfen, deren allmähàches s mutter ausgegangen ist. Eurer Mafestät als er- 
Wachstum ich ourch die fortlaufenden Mitteilungen lauchten Schirmherrin des Vereins mutz'ich noch 
KänG-^^uchten ^.rotektorm. der Kaiserin und ein . Wort besonders innigen Dankes sagen. Tch 
^rfolaen^^ön ^ Gemahlin, zu meiner Freude habe dachte in dieser großen Zeit oft daran, wie reich 
verfolgen können. Auf Grund persönlicher Ein-1 Eott der Herr unser Volk gesegnet indem er neben 
^-à wechşia) die Verdienste zui würdigen, die Gh şş den Heldenmut unserer treuen Kämpfer an der 
^ x Die stille, eirtsagungsvolle und vielfach -eben- 
rnmutige Arbeit «rrssrer Frauen gestellt hat. 
Auch ihnen gebührt der Dank des Deutsche» Kai 
sers, ob ihre Kraft unseren Kranken und Verwun-, 
deten oder den Notständen in der Heimat oder aber 
in knapper, schwerer Zeit dem stillen Dienst des ei 
genen Haufes und den Kindern zugute kommt. Ich 
weiß, wieviel der unserm Hause so nahe verbundene 
Verein unter dem Schutz und der Förderung Eurer 
Majestät in helfender und pflegender Liebe, auf 
weiteste Kreise vorbildlich wirkend, bisher geleistet 
hat. Eott segne ihn und seine Protektorin auch 
fernerhin zu weiterer segensreicher Arbeit für Volk 
und Vaterland. Wilhlem I. R.“ 
Von der Kaiserin, die dem Vaterländischen 
Frauenverein anläßlich der 50jährigen Jubelfeier 
ein Handschreiben übersandte, sind der Spende des 
Kaisers 20 000 Mark, vom Reichskanzler 50 000 
Mark und vom preußischen Minister des Innern 
25 000 Mark hinzugefügt. 
die beruflichen ehrenamtlichen Kräfte des Vereins Front, .... Vl , 
-m jetzigen Kriege unter dem erhabenen Zeichen des f so heldenmütige'Arbeit hk' 
Noten Kreuzes, um die Pflege der Verwundeten 
Da man ^ kranken und um die Fürsorge für die Auge- 
hörigen und Hinterbliebenen unserer heldennütr- 
gen Krieger in aufopfernder und unermüdlicher Ar 
beit erworben haben. Als Ausdruck meiner dank 
baren Anerkennung, die jedem einzelnen an diesem 
viAerländischen Werkt Beteiligten gilt, konnte ich 
zu meiner aufrichtigen Freude und auf Vorschlag 
der hohen Protektorin zahlreiche Auszeichnungen 
verleihen. Zur Förderung der von dem Verein fo 
erfolgreich -ausgeübten und mir auch für die Zu 
kunft besonders am Herzen liegenden Kriegsfür- 
forge will ich zugleich eine Zusiläumsfpeà von 
188 888 Mark in deutscher Kriegsanleihe hiermit 
bewilligen. Cie wird dem Hauptvorstande des 
Vereins durch die Königliche Seehandlung über 
wiesen werden. Eott der Herr schenke dem Vater 
ländischen Frauenverein und allen seinen Gliedern 
7’i 
icrn eine quadratische Platte mit einer Zentimeter- 
stala, einem Transporteur und -einer Diagnose. Die 
Spu-renpchotog-ralwhi-e endlich hat vor -all-Hm den 
Vort-eil, daß -gewisse Farben, die mit freiem Auge 
nicht erkennbiar -sind, auf die -photogr-aphische Platte 
'inwi-rken. -So zeigte sich z. B. die Photi-graphle 
i-ner anücheinend -gesunden Frau mit dunklen jFlck- 
şş-n übersät, un-d -bald darauf erkrankte die -betr-ef- 
'snde Person auch tatsächlich an den Blattern. Zur 
Zeit der Aufnahme waren aber die Flecken für den 
Photographen noch nicht sichtbar gewesen. Schon 
diese Beispiele zeigen die Wichtigkeit der Kamera 
sur den Kri-minalisten. Leider ist aber der ph-oio- 
graphische Appar-at charakterlos -genug, sich auch 
von den -Verbrechern benützen zu lassen-, und na 
mentlich unter den Spionen., Falschmün-zevn, An-ti- 
qurtätenhändlern und llrkundenfäl-schcrn finden sich 
zahlreiche photographische Künstler. 
öMfüstiitlffie I 
Der „Daily Chronicle" schreibt: 
Der letzte und wichtigste Teil der Rede war, 
vom deutschen Standpunkt gesehen, eine ganz ge- ì 
'Şte Erwiderung aus Grey. Die Zeit ist aber ) Der „Daily Telegraph 
Fiist fein, solange es durch das Mißtrauen und den 
Argwohn, welcher die Rede des Reichskanzlers er 
füllt, beherrscht wird. 
für Deutschland vorüber, wo es an der Spitze des Ï 
Weltrades stand. Wenn der vorgeschlagene Völker- ķ 
bund einigen Wert haben soll, müsse er aus Völ- 
kern bestehen, die die Unterschriften unter Ver 
trägen respektieren. Welcher Platz könnte in einem I 
derartigen Bund sein für das Deutschland von 1914 Î 
oder für das Deutschland von heute, das tatsächlich 
sämtliche Haager Abkommen zerrissen hat? Nach 's 
Jahren dürfte vielleicht in einem derartigen Bunde j 
Platz sein für ein anderes Deutschland, das durch f 
Abrüstung diszipliniert, durch innere Umwälzungen ^ 
gesäubert und reformiert und im Lause der Zeit \ 
besser geworden ist. (!) Wenn man sagt, daß wir I 
jetzt dafür kämpfen, daß Deutschland auf einen! 
Platz zurückgeworfen wird, der geringer ist, als in | 
dem Status quo, so lautet na-ürlich die Antwort I 
bejahend. Niemand bedauert das mehr, als wir. ļ 
Die „Daily Slews" erklärt: 
Es ist schon etwas gewonnen, wenn Deutsch- j 
land sich bereit erklärt, wenn auch nur auf dem 
schreibt, 
Papier mit anderen Nationen zusammen zu arbei 
ten zur Aufrechterhaltung eines Friedens, den es 
päter 
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»ersön 
lz'üllnge 
teres, ^ 
n ßefe«? 
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fl-tļl'sļ 
fiijur 
Bote Rossi?. 
Roman von H. Töurths-Mahler. 
şş.aHdruM »erSots».) 
Es war eine köniZliche, ststze Erscheinung, 
zum-a-l -sie durch die lange Schleppe noch- -größer er 
schien, -die sie achtlos auf den Rasen hinter sich 
Herzog. 
Sie ging mit unbedecktem Haupte. Ein kost 
barer, schwarzer Spitzensonnenschirm lag über ihre 
Schultern, aber sie hielt ihn nicht schützend über 
sich, da sich nur vereinzelte Sonnenstrahlen- durch 
das dichte Laüb der Bäume drängten, die goldene 
Neflexe über das helle, schimmernde Blondhaar 
warfen. 
Sie war schön, die stolze Frau, obwohl sie be 
reits die erste Jugend hinter sich hatte. Gräfin 
Gerl'.nde Ramberg zählte -bereits dreißig Jahre. 
-Trotzdem zeigte ihr schönes, regelmäßig Mschnitte- 
Nes Gesicht noch einen zarten, -blühenden Teint, 
îĢ ķîsi -und rosig war, wie man ihn oft bei 
Blonden- findet. Vielleicht hätten scharfe Auaeg, 
Kanz in der Nähe bei Tageslicht in -diesem l-euck- 
lenden Teint jenes gewisse Etwas entdeckt, das 
bei voll erblühten- Rosen wie ein Hauch daran ge- 
w.ahnt. daß n-ach dieser höchsten Stufe des Blüh,ens 
bald das leise Welken beginnt. Aber so genau und 
scharf beobachtet niemand eine schöne Frau. 
I-- .. Ģr-otze, blaue Augen belobten das schöne 
pesicht der einsamen Frau. So sanft diese Augen 
oer meist blickten, manchmal konnte es darin auf 
sitzen wie das Funkeln geschliffenen Stahls. Und 
-nn bekamen diese sanften Augen einen seltsamen 
^ergrschen und leidenschaftlichen Ausdruck. Mit 
eiern Ausdruck sah sie jetzt auf die geschlossenen 
̰>sit-erladen des Witwenh-aufes. 
„Hier soll ich meine Tage vertrauern, nach 
den Gesetzen des Hauses, dem ich durch meine Hei 
rat angehöre? Nein — nein — solange ich e- , 
hindern kann-, soll das nicht geschehen. So gehen ş fern" dachte sie 
Mîitîisnîîtnini rtt-c föris iS™ kt - « o - . 
Lang-jam, rn stolzer und doch- anmutrgender 
Königinnen ins Exil, die nicht mehr die Macht 
haben, zu herrschen. Ich -ab-er -will herrschen — herr 
schien und lieben — und geliebt werden." 
-So dachte gewiß die schöne Frau, -als ihke 
Augen so leidenschaftlich ausleuchteten. 
Und dann wandte sie sich um und ging durch 
in dc-r Vergangenheit fast offen verachtete. Es ist i 
aber ein wenig zu spät dafür. Es dürfte aber eine { 
Zeit dauern, bevor die Welt bereit sein wird, die | 
Nation, welche in Belgien einbrach, als Wahrer 
des Friedens zu begrüßen. Das kann niemals der i 
www—— ' 
»Damit ist es nun vorbei. Wenn Rainer nach Ich bin ja gekommen, um Sie 'ein bischen-aufzu- 
Ha'use kommt, will ich ihn in einem lichten Kleide heitern. Kommen Sie, steigen Sie ein zu mir, 
oder -soll ich aussteig-en und mit Ihnen bis zunr 
Schlöffe gehen?" 
daß die öffentliche Meinung in Berlin und in den 
Hauptstädten der Entente einen bezeichnenden Ee- 
gensatz zeige. Die Alliierten erklären, daß sie ge 
wisse Ziele erreichen wollen. Demgegenüber seien 
die besonderen Streitfragen, mit denen sich der 
Reichskanzler befaßt habe, nicht so wichtig für die 
Alliierten. Das Blatt meint weiter, datz die Deut 
schen schon viel Wasser in ihren Wein geschüttet 
hätten. Die Alliierten lehnten es aber ab, Frie 
densbedingungen zu erörtern, solange der Sieg noch 
nicht errungen sei. Sobald die Deutschen die Frie 
densbedingungen berühren, heisst es weiter, begeg 
nen wir immer wieder der falschen Auffassung, datz 
Deutschland eine hervorragende Stellung in Eu 
ropa und in der Welt einnehmen mutz, 
ie „Times" sagt, 
daß die Kanzlerrede eine Eewiderung an Erey 
habe sein sollen. Vethmann-Höllweg habe aber 
sorgfältig vermieden, die großen Fragen in Ereys 
Rede zu berühren, sich dagegen ausführlich mit dem 
Versuch beschäftigt, Erey bei einigen untergeord 
neten Punkten zu widerlegen. Dagegen habe er 
die Alliierten und Neutralen verführen wollen, 
nebensächliche Einzelheiten zu erörtern, um die 
Aufmerksamkeit van der Hauptfrage abzulenken, 
wer für den Krieg verantwortlich sei. Die „Times" 
sagt dann weiter, datz die Versicherung des Kanz- 
fol-an-ge ich- es f empfau-gen. Diese schwarze Farbe hält ihn mir 
c- r, ors - ^ ~ ..Nein, nein, ich steige zu Ihnen, -denn ich 
Haltung schrrtt ste werter. Als sie auf den orerten ! weiß, Sie sind keine Freundin von Sp-atteraän- 
F-ahrweg kam, der den Park durchschnitt und nach - gen.,, 
-à führte, sah sie eine Equipage heran- j „Oho- sagen Sie das nicht! Im bequemen, 
; ' ^ v ^ f . I şŞeien Sportkleid, da bin ich gern bereit, ein 
Ķ Fond derselben saß- erne lebhaft -bliànde : Stück zu laufen. Aber ich trage ein Schleppkleid 
xŅls sie Schloß Ramberg vor sich Dame, etwas in der Mitte der Vierzig, in einer ' und dazu diese verwünschten und dock so enstrückew 
S ^ uud betrachtete es mit j farbenfreudigen Toilette und mit einem reich mit ! den Stöckelschuhe. Sie 'Lsişi das Ģ ^ 
" 13 ’ U3en - Blumen g-arnrerten Hut. Trotzdem wirkte diese che Seite. Und daher ist es mir schon lieber wir 
„Dort ist meine Heimat und soll es bleiben. 1 Grz-cheinung durchaus vornehm, denn die Farben i fahren zusammen." 
Bei dir, Rainer! Wie lauge wirst du noch blind r waren -geschmackvoll zusammengestellt und gehör- ! "Ist © r , af Rambera noch nickt von keiner Reite 
mein ganzes Sein dir -entgegendrängt, wie die 
Blume dem Licht? — Ich -liebe dich, Rainer — 
und du sollst mich lieben — ich lasse dich nicht los! 
Alles, was mir das Leben noch leb-enswert macht, 
halst du in deiner Hand — du — wo weilst du? 
Weshalb bist du fortgegangen? Fühlst du nicht, 
wie meine Seele nach dir verlangt, -ahnst du nicht, 
daß dieses Trauerjahr das seligste meines Lebens 
war, weil ich cs mit dir verleben durfte? Komm 
heim, Rainer — ich sehne mich nach dir!" 
Diese Gedanken und Wünsche erfüllen das 
Innere der Gräfin Eerl'inde. Ein sehnsüchtiger 
Seufzer-zitterte über ihre Lippen, und -in- den -Au 
gen glühte die Sehnsucht auf, eine stolze, gebie 
terische Sehnsucht, dig sich -eMvintz-en Will, was sie 
sich Wünscht. 
Nach einer Weile ging sie weiter. Nun- sie 
ÎÏÏÄN^ĢiLkiesLestreutenWosie schritt ļ sogar Eintrittsgebühr bezahlen. So schone Frauen. 
e mrt j wie Sie, mußten nur für Geld ^u i 
ihre- 
Als -sie die Gräfin erblickte, ließ sie den Wa- \ Nein, noch nicht," antwortete die Gräfin, 
gen yalten uird winkte ihr lachend und lebhaft zu. ^ „Aber nun sagen Sie mir blos, was ist das 
„Oreoite ©raun Eerlinde — guten Tag! Ich für eine Idee von ihm, so plötzlich -abzureiscn'i 
wollte Zhnen m Ihre einsame Teestu-nde hinein-; Sicher ist er nach der Residenz oder noch Berlin 
fallen. ^ Darf ich das? Sonst sagen Sie es mir \ gefahren. Aber da ist doch jetzt im Mai nichts mehr 
ruhig, oann kehre ich wieder um." ; los." 
Mit dem sauften Lächeln, das Gräfin Ger- - "Vielleicht besuchte er in Berlin seinen Bru- 
liude stets zur Schau trug, trat diese an den Wa- ; der." Am Abend vor seiner Abreise hatte er wokil 
gen heran. - die Absicht noch nicht, und am Morgen hà ich 
„Es ist so lieb von Ihnen, Frau Baronin, s ''hn nicht mehr gesehen. Sonst hätte er mir wohl 
daß Cie sich meiner Einsamkeit erbarmen. Ich ! Zweck und Ziel seiner Reise verraten." 
habe einen Spaziergang durch den Park gemacht! „Nun, hoffentlich bleibt er nich mehr lange 
und wollte soeben ins Schloß zurückkehren. Nun da er dem Diener gesagt hat, er bleibt nur einige 
freue ich mich, daß ich zum Tee Gesellschaft habe." Tage aus. Sonntag sollen Sie nämlich mit dem 
„tlnd ich freue mich, daß ich Sie wieder ein- Herrn Grasen bei uns zu mittag speisen. Sie 
mal -ansehen kann; dafür würde ich, glaube ich, !dgen doch zu?" 
«ns äs;;» - 
M""-» - «ĶŞ Sà . Z»à «à sonnte, i Æ*» -Ģ !ch. ->ŞĢr-stn E-Mà - 
C ï)tn b,e ņun lachen Sie schon. Dar i)t recht. 1 Herrgott, wie dieser Name famos Zu Ihnen patzt;
	        
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