11
durch eine weißliche Trübung verschleiert, die in der Gegend
der macula lutea am intensivsten zu sein pflegt und sich
über den größten Teil des Augenhintergrundes ausbreitet.
Die Zentralgefäße sind blutleer oder sehr stark verdünnt
oder zeigen eine ungleichmäßige Füllung, wie bei Embolie
der arteria centralis retinae in der Art, daß rotgefärbte
Abschnitte mit ungefärbten abwechseln“. Eine Pulsation
läßt sich beim Druck aufs Auge nicht hervorrufen. Im
weiteren Verlaufe nimmt die Netzhauttrübung ab. Stellen
weise ist das Pigment stärker angehäuft, besonders im Ver
laufe der Gefäße und der Eintrittsstelle des Sehnerven.
Letzterer zeigt in späterer Zeit die atrophische Verfärbung.
Die von Berlin bei experimentellerSehnervendurchschneidung
gefundenen Resultate decken sich mit den klinischen Er
fahrungen. Dieser Forscher nimmt an, daß die Netzhaut
trübung durch die Durchtrennung der A. centralis retinae
hervorgerufen wird. Wange mann und Marckwort be
schuldigen die gleichseitige Unterbrechung der Aderhaut-
cirkulation, da in allen Fällen die Aa. ciliares mitbeteiligt
seien. In sehr seltenen Fällen kann der Optikus an seiner
Eintrittsstelle aus dem Bulbüs herausgerissen werden, jedoch
ist dies nur durch direkte Gewalt möglich. Die Netzhaut
ist um die Papilla losgerissen. Letztere ist vertieft, ein
Beweis, daß der Sehnerv aus der Sklera gerissen worden
ist. Wenn die Trennung eine vollkommene ist, sieht man
das Loch. in der Sklera mit durchsichtigem Glaskörper
ausgefüllt.
Die in unserem Falle beobachteten ophthalmoskopi
schen Veränderungen finden nicht nur dann statt, wenn das
Sehvermögen erloschen bleibt, sondern wurden auch in
Fällen gesehen, bei denen sich die Sehstörungen besserten.
Aus dem Aussehen der Papille können wir deshalb nicht
auf das vorhandene Sehvermögen schließen. Liegt der
Verdacht auf Simulation vor, so müssen die bekannten
Entlarvungsproben gemacht werden. Es wird ferner von