Object: Ein Fall von Sehnervenatrophie durch Trauma

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durch eine weißliche Trübung verschleiert, die in der Gegend 
der macula lutea am intensivsten zu sein pflegt und sich 
über den größten Teil des Augenhintergrundes ausbreitet. 
Die Zentralgefäße sind blutleer oder sehr stark verdünnt 
oder zeigen eine ungleichmäßige Füllung, wie bei Embolie 
der arteria centralis retinae in der Art, daß rotgefärbte 
Abschnitte mit ungefärbten abwechseln“. Eine Pulsation 
läßt sich beim Druck aufs Auge nicht hervorrufen. Im 
weiteren Verlaufe nimmt die Netzhauttrübung ab. Stellen 
weise ist das Pigment stärker angehäuft, besonders im Ver 
laufe der Gefäße und der Eintrittsstelle des Sehnerven. 
Letzterer zeigt in späterer Zeit die atrophische Verfärbung. 
Die von Berlin bei experimentellerSehnervendurchschneidung 
gefundenen Resultate decken sich mit den klinischen Er 
fahrungen. Dieser Forscher nimmt an, daß die Netzhaut 
trübung durch die Durchtrennung der A. centralis retinae 
hervorgerufen wird. Wange mann und Marckwort be 
schuldigen die gleichseitige Unterbrechung der Aderhaut- 
cirkulation, da in allen Fällen die Aa. ciliares mitbeteiligt 
seien. In sehr seltenen Fällen kann der Optikus an seiner 
Eintrittsstelle aus dem Bulbüs herausgerissen werden, jedoch 
ist dies nur durch direkte Gewalt möglich. Die Netzhaut 
ist um die Papilla losgerissen. Letztere ist vertieft, ein 
Beweis, daß der Sehnerv aus der Sklera gerissen worden 
ist. Wenn die Trennung eine vollkommene ist, sieht man 
das Loch. in der Sklera mit durchsichtigem Glaskörper 
ausgefüllt. 
Die in unserem Falle beobachteten ophthalmoskopi 
schen Veränderungen finden nicht nur dann statt, wenn das 
Sehvermögen erloschen bleibt, sondern wurden auch in 
Fällen gesehen, bei denen sich die Sehstörungen besserten. 
Aus dem Aussehen der Papille können wir deshalb nicht 
auf das vorhandene Sehvermögen schließen. Liegt der 
Verdacht auf Simulation vor, so müssen die bekannten 
Entlarvungsproben gemacht werden. Es wird ferner von
	        
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