Full text: Ein Fall von schwerer narbiger Kieferklemme

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anlaßt. Auch hier führen die dabei auftretenden degene- 
rativen Prozesse durch Narbenbildung zur Fixierung der 
Kiefergelenke. 
Die schwerste Form der Kieferklemme entsteht, wenn 
die Kiefer infolge Periostwucherung knöchern verwachsen. 
Solche Verwachsungen können durch Verknöcherung der 
bindegewebigen Kieferklemme, z. B. nach Noma entstehen, 
wenn die gangränöse Zerstörung bis auf das Periost über 
greift. 
Indem wir besonders unsern Fall im Auge haben, sei 
es mir gestattet, die bisher geübten Verfahren zur Heilung 
der Kieferklemme zu besprechen. 
Vor allem wird es natürlich nötig sein in jedem vor 
liegenden Fall die Art der Kieferankylose genau zu dia 
gnostizieren, da sich die entsprechende Behandlung danach 
richten muß. Die Diagnose nun, ob es sich um eine 
arthrogene, entzündliche, narbige oder spastische Kiefer 
klemme handelt, läßt sich mit ziemlicher Sicherheit stellen. 
Liegt eine entzündliche Kieferklemme vor, so wird 
die entzündliche Schwellung in der Kiefergegend dies er 
kennen lassen, ebenso wie bei narbiger Kieferklemme die 
Narbenstränge. Spastische Kieferklemme wird man durch 
Anwendung der Narkose ermitteln. 
Bei der arthrogenen Kieferklemme liegt die Schwierig 
keit der Diagnose darin, zu entscheiden, ob nur eine parti 
elle oder eine totale Ankylose vorliegt. Aus dem Umstande, 
daß in manchen Fällen eine Entfernung der Kiefer bis zu 
1 cm möglich ist, kann man noch nicht den Schluß auf 
partielle Kieferklemme ziehen, da die Kieferknochen be 
sonders bei jugendlichen Personen eine gewisse Biegsamkeit 
besitzen. Daß bei Ankylose des einen Kiefergelenks not 
wendig auch sekundäre Ankylose des anderen eintr'eten 
müsse, ist von König als unzutreffend erwiesen worden. 
Er fand bei einer vier Jahre bestehenden knöchernen Ankylose 
des linken Kiefergelenks bei der Operation das rechte völlig
	        
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