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Unabhängig von von Esmarch kam auch Rizzoli
ungefähr zur selben Zeit auf den Gedanken, die Pseud-
arthrose vor dem Hindernis vorzunehmen. Rizzoli machte
eine lineare Osteotomie vom Munde aus, während von
Esmarch ein Stück des Kiefers reseziert wissen will.
Sowohl statistisch wie auch experimentell ist man zu dem
Schluß gekommen, daß die Esmarch’sche Operation dem
Rizzoli’schen Verfahren überlegen sei (Bassini Mailand
1879.) Die Operation nach Rizzoli ist zwar relativ einfacher,
und die gesetzte Wunde viel unbedeutender als die bei der
Methode nach Esmarch, aber es liegt nach einfacher Durch
trennung des Kiefers die Gefahr eines baldigen Rezidivs
durch Wiederverwachsung der Knochenenden oder Ver
bindung durch harte Narbenstränge sehr nahe. Die beiden
Methoden wurden in der Folgezeit nicht nur auf die narbige,
sondern auch auf die arthrogene Kieferklemme angewandt.
De Den tu (1892) meint allerdings und zwar wohl
mit Recht, der Kauakt werde bei Anlegung einer Pseud-
arthrose gestört, weil nach der Operation 2 Drehachsen
gebildet werden, die nicht in einer horizontalen Linie liegen.
Bottini (1872) war der erste Chirurg der bei einer
wahren Kieferklemme das Bewegungshindernis an seinem
Sitze angriff und durch Gelenkresektion beseitigte.
Im Jahre 1878 kam König ebenfalls auf den Gedanken,
die Kieferklemme durch Resektion des erkrankten Gelenks
zu heilen. Er hatte nämlich bei mehreren Patienten, die
infolge von Osteomyelitis den Gelenkfortsatz des Unter
kiefers verloren hatten, gefunden, daß sie trotzdem den
Unterkiefer fast normal gebrauchen konnten.
Die Operation wird in folgender Weise ausgeführt:
In der Höhe des unteren Randes des Jochbogens wird der
Schnitt mit Vermeidung der Arteria temporalis bis dicht
vor das Ohr geführt. Indem er entsprechend dem unteren
Rande des Jochbogens schichtweise in einer Länge von
3 cm angelegt wird, trennt man sämtliche Weichteile samt