Full text: Newspaper volume (1829)

Länder so reichlich darbieten; der höchst mäßige Zn- 
stand hiesiger Gewerke gab auch nicht die geringste 
Aussicht jenes Inventarium im Lande zu bekommen; 
vielmehr sahen wir uns völlig auf uns selbst rer 
ducirt, und wurden bald überzeugt, daß auch die 
kleinsten Vorrichtungen selbst geschaffen werden muß 
ten. So entstanden zuerst die Werkstätte, als die 
Modell-Eisenschmiede, die Schlösser-Werkstatt, die 
Modellschrelnerei, die Modellkupferschmiede, die Koh 
len-Entschwefelungs-Anstalt, die Dreherei u. s. w. 
Diese Anstalten machten uns zwar völlig unabhängig, 
aber auch nur langsam konnten wir vorrücken, und 
eine sehr kostbare Zeit ging mit der Einrichtung der 
selben verloren." 
„Unter solchen Verhältnissen schwand das Jahr 
1827, — der 23sie Januar 1828 bezeichnete das erste 
Schmelzen in dem kleineren Cupulo-Oftn. Mit 
diesem Tage war ein neues Hülfsmittel zur Vermeh 
rung des Inventariums geschaffen, und von dem 
Tage an ist dieser Betrieb nebst den Werkstätten 
unaufhörlich beschäftigt, die Masse desselben zu ver 
mehren, wahrend nebenher einige Waaren für den 
Debit erzielt werden." *■) 
„Aller Erfolg beruht auf der zweckmäßigsten Ein 
richtung des so sehr compiicirten großen Inventa 
riums, des größten Schatzes einer Eisenhütte. Blo 
ßes flüssiges Eisen, fti es aus Erzen oder altem Guß- 
und Roheisen zn erlangen, ist fast das Geringste der 
Hüttenkunst; aber ein weiches haltbares Eisen, eine 
zweckmäßige und leichte Gußwaare zu erzeugen, das 
ist die Kunst, in der es nur wenige Werke zn eini 
ger Vollkommenheit bringen." 
„Wenn schon diese wesentlichen Gründe, die einst 
weilige Aussetzung des Hohofenbetriebs rechtfertig 
ten, thaten es andere nicht minder. Die geringere 
Klasse der Landleute dieser Umgend, in deren Besitz 
sich ein Material fand, das ihnen bisher unnütz, 
ja zum großen Verdrusse in ihren Feldern gelegen, 
glaubte meisten theils, ungeachtet der mir zu Theil 
gewordenen Allerhöchsten Begünstigungen, Schätze 
in diesem Gegenstände zu erblicken; einige vermu 
theten noch edlere Theile als Eisen in diesen Erzen; 
allgemein war man ausschweifend in den Forde 
rungen, oder zurückhaltend. Ich glaubte jedoch 
aus Erfahrung die Gesinnungen meiner Landsleute 
zu kennen, und meinte, daß wenn ihnen nur Zeit 
Auf unserer letzten Ausflucht im Juni b.J. nach Rends 
burg fanden wir, außer vielen bestellten Sachen, im 
Magazine,der Carlshütte zum Debit ausgestellt: 
Veilegeröfen, Windöfen von I--3 Etagen, Keller- 
nnd Dachfenster, Ambosse, Schiebkarc-nräder, Spnck- 
nápşe, Laceriieuhalter, Kasseroleu, Fußkratzer zum 
Gebrauch vor den Thüren,- Dreifüße, Bügeleisen, 
SchWbüchsen, Güsse, Lèrhe re. , A. d.Redtt. 
zum Nachdenken gelassen würde, sie mir gerne dies 
Material zn einem, ihre angewandte Mühe reichlich 
lohnenden Preise überlassen, mir schon am Ende 
danken würden, sich von den ihnen nachtheiligeu, 
so ungeheuren Erz-Massen ans eine so bequeme 
Weise befreit, ihre Ländereien wenigstens nicht ver 
schlechtert zu sehen; — daher ließ ich die Ankauft 
dieses Erzes einstweilen einstellen, völlig überzeugt, 
daß meine Landsleute allmählig eines Bessern belehrt, 
ihren Vortheil nicht lange verkennen würden." 
"Ihre Majestät! die Natur hat den Ebenen des 
nördlichen Deutschlands dieses Erz in großen Mas 
sen geschenkt; man findet es in bedeutenden Aus 
dehnungen von der Oder bis zum Nieder-Rhein; 
sie hat auch Allerhöchstihren Staaten dies nützlichste 
und unentbehrlichste aller Metalle reichlich zugetheilt; 
nur sind hier die Verhältnisse für den Unternehmer 
eines Eisenwerks schwieriger und ungünstiger, als in 
Preußen und Sachsen;—hier sind Dampfmaschinen 
und weitläuftige Feuerungs-Transporte nothwen 
dig, dork kann man häufig über starke Wasserge 
fälle disponiren, und große Waldungen sind in der 
Nähe; insbesondere aber üben dort die Hütteube- 
sitzer über gewisse, ihnen angewiesene Districts die 
Erz Mnkhung gegen eine von der Regierung felU 
gesetzte Entschädigungs-Taxe aus. Im staatswirth- 
schastlichen Interesse angesehen, dürfte nichts Har 
tes in jenen Verfügungen gesunden werden; denn 
das Terrain, wo jene Erze lagern, ist unfruchtbar, 
die Eisenerzeugung aber ist jedem Staate der Un 
entbehrlichkeit des Materials wegen, zn wichtig, um 
sie nicht ans alle Weise zu befördern; dennoch mög-' 
ten solche Maaßregeln hier angewandt, leicht als 
Eingriffe in die Privat - Rechte gedeutet werden 
können, und daher dürfte hier nur die freie Con- 
cnrrenz vieler Verkäufer der Erze, ausschließliche 
Privilegien, Ausfuhrhilidernisse des rohen Materials 
und die alles vermögende Zeit einigermaßen gün 
stige Verhältnisse für ein Hüttenwerk zn Wege brim 
gen können." (Der Beschluß folgt.) 
An G ö k h e. 
Den 28sten August 1829. 
Erschienen ist der Tug; in Dämmerungen 
Liegt dichtverschleiert »och die ganze Welt, 
Noch deckt ein finstrer Nebel, »»bezwungen. 
Die Berge, Thäler, Seen und das Feld. 
Da steigt die goldne Sonne auf; errungen 
Ist strackS. der Sieg; des Nebelö Hülle fällt. 
Mild strahlt sie und von neuem Sein durchdrungen 
Erfreut sich Alles untcr'm Sternenzelt. 
So brachst Du, Gvthe, einst, als hehre Sonne, 
Das dichte Nebelkleid der Poesie
	        
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